Mary. Sie sind ja aber wie in einem Kloster da, wollen Sie denn gar nicht mehr in die Welt? Wissen Sie, daß Desportes geschrieben hat, er ist untröstlich, er will wissen, wo Sie sind, und warum Sie ihm nicht antworten?
Marie. So?—Ach ich muß ihn vergessen, sagen Sie ihm das, er soll mich nur auch vergessen.
Mary. Warum denn?—Grausame Mademoiselle! ist das erlaubt, Freunden so zu begegnen.
Marie. Es kann nun schon nicht anders sein—Ach Herr Gott, ich höre jemand im Garten unten. Adieu, Adieu—Flattieren Sie sich nur nicht—(Kommt herunter.)
Gräfin. So, Marie! ihr gebt euch Rendezvous?
Marie (äußerst erschrocken). Ach, gnädige Frau—es war ein Verwandter von mir—mein Vetter, und der hat nun erst erfahren, wo ich bin-Gräfin (sehr ernsthaft). Ich habe alles gehört.
Marie (halb auf den Knien). Ach Gott! so verzeihen Sie mir nur diesmal.
Gräfin. Mädchen, du bist wie das Bäumchen hier im Abendwinde, jeder
Hauch verändert dich. Was denkst du denn, daß du hier unter meinen
Augen den Faden mit dem Desportes wieder anzuspinnen denkst, dir
Rendezvous mit seinen guten Freunden gibst. Hätt' ich das gewußt,
ich hätte mich deiner nicht angenommen.
Marie. Verzeihen Sie mir nur diesmal!
Gräfin. Ich verzeih es dir niemals, wenn du wider dein eigen Glück handelst. Geh. (Marie geht ganz verzweiflungsvoll ab.)