Gräfin (allein). Ich weiß nicht, ob ich dem Mädchen ihren Roman fast mit gutem Gewissen nehmen darf. Was behält das Leben für Reiz übrig, wenn unsre Imagination nicht welchen hineinträgt, Essen, Trinken, Beschäftigungen ohne Aussicht, ohne sich selbst gebildetem Vergnügen sind nur ein gefristeter Tod. Das fühlt sie auch wohl, und stellt sich nur vergnügt. Wenn ich etwas ausfindig machen könnte, ihre Phantasei mit meiner Klugheit zu vereinigen, ihr Herz, nicht ihren Verstand zu zwingen, mir zu folgen.

Vierte Szene

In Armentieres.

Desportes (im Prison, hastig auf- und abgehend, einen Brief in der Hand). Wenn sie mir hierher kommt, ist mein ganzes Glück verdorben—zu Schand und Spott bei allen Kameraden. (Setzt sich und schreibt.)—Mein Vater darf sie auch nicht sehen-

Fünfte Szene

In Lille. Weseners Haus. Der alte Wesener. Ein Bedienter der
Gräfin.

Wesener. Marie fortgelaufen—! Ich bin des Todes. (Läuft heraus.
Der Bediente folgt ihm.)

Sechste Szene

Marys Wohnung. Mary. Stolzius, der ganz bleich und verwildert dasteht.

Mary. So laßt uns ihr nachsetzen zum tausend Element. Ich bin schuld an allem. Gleich lauf hin und bring Pferde her.