Frau Wesener. Wie? Die Frau Gräfin haben sich zu Bett gelegt vor Alteration? Vermeld Er unsern untertänigsten Respekt der Frau Gräfin und der Fräulein, mein Mann ist nach Armentieres gereist, weil ihm die Leute alles im Hause haben versiegeln wollen wegen der Kaution, und er gehört hat, daß der Herr von Desportes beim Regiment sein soll. Und es tut uns herzlich leid, daß die Frau Gräfin sich unser Unglück so zu Herzen nimmt.
Eilfte Szene
In Armentieres.
Stolzius (geht vor einer Apothek' herum. Es regnet). Was zitterst du?—Meine Zunge ist so schwach, daß ich fürchte, ich werde kein einziges Wort hervorbringen können. Er wird mir's ansehen—Und müssen denn die zittern, die Unrecht leiden, und die allein fröhlich sein, die Unrecht tun!—Wer weiß, zwischen welchem Zaun sie jetzt verhungert. Herein, Stolzius. Wenn's nicht für ihn ist, so ist's doch für dich. Und das ist ja alles, was du wünschest—
(Geht hinein.)
FÜnfter Akt
Erste Szene
Auf dem Wege nach Armentieres.
Wesener (der ausruht). Nein, keine Post nehm ich nicht, und sollt' ich hier liegen bleiben. Mein armes Kind hat mich genug gekostet, eh' sie zu der GrÄfin kam, das mußte immer die Staatsdame gemacht sein, und Bruder und Schwester sollen's ihr nicht vorzuwerfen haben. Mein Handel hat auch nun schon zwei Jahr' gelegen—wer weiß, was Desportes mit ihr tut, was er mit uns allen tut—denn bei ihm ist sie doch gewiß. Man muß Gott vertrauen—
(Bleibt in tiefen Gedanken.)