Wesener. Ich bin nicht zu Hause gewesen, werden verzeihen, mein
Mariel wird Sie ennuyiert haben; wie befinden sich denn die werten
Eltern, werden die Tabatieren doch erhalten haben-Desportes. Ohne
Zweifel, ich bin nicht bei ihnen gewesen, wir werden auch noch eine
Rechnung miteinander haben, Vaterchen.

Wesener. O das hat gute Wege, es ist ja nicht das erstemal. Die gnädige Frau sind letzten Winter nicht zu unserm Karneval herabgekommen.

Desportes. Sie befindet sich etwas unpaß—Waren viel Bälle?

Wesener. So, so, es ließ sich noch halten—Sie wissen, ich komme auf keinen, und meine Töchter noch weniger.

Desportes. Aber ist denn das auch erlaubt, Herr Wesener, daß Sie Ihren Töchtern alles Vergnügen so versagen, wie können sie dabei gesund bleiben?

Wesener. O wenn sie arbeiten, werden sie schon gesund bleiben. Meinem Mariel fehlt doch, Gott sei Dank, nichts, und sie hat immer rote Backen.

Marie. Ja, das läßt sich der Papa nicht ausreden, und ich krieg doch so bisweilen so eng um das Herz, daß ich nicht weiß, wo ich vor Angst in der Stube bleiben soll.

Desportes. Sehn Sie, Sie gönnen Ihrer Mademoiselle Tochter kein Vergnügen, und das wird noch einmal Ursach sein, daß sie melancholisch werden wird.

Wesener. Ei was, sie hat Vergnügen genug mit ihren Kamerädinnen, wenn sie zusammen sind, hört man sein eigen Wort nicht.

Desportes. Erlauben Sie mir, daß ich die Ehre haben kann, Ihre Mademoiselle Tochter einmal in die Komödie zu führen. Man gibt heut ein ganz neues Stück.