Da hörte er ein Geräusch von Schritten. Jäh drehte er sich um, es war ein Emportauchen aus finsterer Flut; der Graf stand im Schlafrock vor ihm. Wahrscheinlich hatte Caspars nächtliches Wachsein ihn aufgeweckt, er hatte einen leisen Schlummer.

»Was treibst du?« fragte Stanhope mürrisch.

Caspar machte einen Schritt auf ihn zu und sagte dringlich, atemlos, drohend und flehend: »Führ mich zu ihr, Heinrich! Einmal laß mich die Mutter sehen, nur einmal, nur sehen; nicht jetzt, später vielleicht. Einmal, nur einmal! Nur sehen! Nur einmal!«

Stanhope wich zurück. Dieser Aufschrei hatte etwas Überirdisches. »Geduld,« murmelte er, »Geduld.«

»Geduld? Wie lange noch? Hab’ schon lange Geduld.«

»Ich verspreche dir –«

»Du versprichst es, aber wie soll ich glauben?«

»Setzen wir die Frist eines Jahres fest.«

»Ein Jahr ist lang.«

»Lang und kurz. Ein kleines, kurzes Jahr und dann –«