Schon früh am Morgen erschien eine Gerichtskommission. Caspar war bei klarem Bewußtsein. Vom Untersuchungsrichter aufgefordert, erzählte er, ein fremder Herr habe ihn zum artesischen Brunnen in den Hofgarten bestellt.
»Zu welchem Zweck bestellt?«
»Das weiß ich nicht.«
»Er hat darüber gar nichts gesagt?«
»Doch; er hat gesagt, man könnte die Tonarten des Brunnens besichtigen.«
»Und daraufhin sind Sie ihm schon gefolgt? Wie sah er aus?«
Caspar gab eine kurze, abgerissen gelallte Beschreibung und der Art, wie ihn der Fremde gestochen. Sonst war nichts aus ihm herauszubringen.
Es wurde nach Zeugen gefahndet. Es stellten sich Zeugen. Zu spät für die Verfolgung des Täters. Schon die erste Anzeige war, durch die Mitschuld Quandts, unverantwortlich verzögert worden. Als man die am Ort des Verbrechens befindlichen Blutspuren untersuchen wollte, ergab es sich, daß inzwischen schon zuviele Menschen dagewesen waren und den Schnee zertreten hatten. Aus einem so wichtigen Umstand Nutzen zu ziehen mußte also von vornherein verzichtet werden.
Zeugen fanden sich genug. Die Zirkelwirtin in der Rosengasse bekundete, gegen zwei Uhr sei ein Mann in ihr Haus gekommen, den sie nie zuvor gesehen, und habe gefragt, wann eine Retour nach Nördlingen gehe. Der Mann war ungefähr fünfunddreißig Jahre alt gewesen, von mittlerer Größe, bräunlicher Hautfarbe und mit Blatternarben im Gesicht.
Er habe einen blauen Mantel mit Pelzkragen, einen runden schwarzen Hut, grüne Pantalons und Stiefel mit gelben Schraubsporen getragen. In der Hand hielt er eine Reitgerte. Er habe nur fünf Minuten geweilt und ganz wenig gesprochen; auffallend sei es gewesen, daß er nicht sagen gewollt, wo er logierte.