Dora erhob sich. »Die Französin«, sagte sie geringschätzig und ging hinaus.

Arnold blickte Felicia an. Er trat vor sie hin und fragte: »Warum spielen Sie nicht?«

»Was lieben Sie?« entgegnete das junge Mädchen, indem es ihn mit prüfenden Augen ansah und die linke Hand rückwärts auf den Haarknoten legte.

Auf einmal hatte Arnold sein Gesicht herabgebeugt, und sie küßten einander hastig wie Verbrecher. Arnold blickte trüb vor sich hin.

Achtundvierzigstes Kapitel

Valescott und die Baronin traten mit Dora ins Zimmer. Der Leutnant zog Arnold sogleich beiseite und fragte ihn, wozu er sich entschlossen habe. Als Arnold seine Einwilligung gab, zu spielen, drückte er ihm die Hand.

Der Diener kam mit zwei Karten auf einem Bronzeteller. Die Baronin sagte, sie lasse bitten. Dann forderte sie mit anmutiger Handbewegung Arnold auf, ihr in das Empfangszimmer zu folgen. Dort begrüßte sie die beiden Besucher, einen Herrn von Gröden und den alten Baron Drusius. Der Tisch zum Tee war gedeckt.

Die beiden jungen Mädchen saßen nebeneinander. Drusius knackte wie immer mit seinen Fingern. Dora starrte wie verzaubert auf seinen riesigen Kehlkopfapfel, der sich beim Sprechen auf und abbewegte. Herr von Gröden, der etwas beleibt war, ein dickes, rundes Gesicht und freundliche, höflich-aufmerksame Augen hatte, wandte sich zuvorkommend an Arnold. »Herr Ansorge, – wenn ich recht verstanden habe –?« sagte er. »Haben Sie Verwandte dort oben in Mähren in ... Podolin?«

»Nein, aber ich selbst bin dort zu Hause«, erwiderte Arnold.

Herr von Gröden räusperte sich. »Ich war drei Jahre lang Gerichtsadjunkt in der Nähe, in Lomnitz, Sie werden das Nest kennen.«