Wieder antwortete Urbas lange nicht. Endlich sagte er: »Ich glaube Ihnen.«
Ich griff das Wort auf. »Wenn Sie mir glauben,« erwiderte ich, »dann können wir uns ja über das Geschehene wie zwei gute Bekannte in Ruhe unterhalten.«
Urbas dachte nach. Hierauf sagte er: »Wozu soll ich denn reden? Schlimm genug, daß es hat geschehen müssen.«
»Das ist eben die Frage,« warf ich ein; »hat es geschehen müssen? müssen?«
Er hob den Kopf, aber die Lider blieben gesenkt. »Daran zu zweifeln, wäre die pure Vermessenheit,« sagte er.
»Es gibt nicht nur einen Zweifel,« beharrte ich, »sondern die menschliche Gesellschaft verwirft Ihre Tat und verabscheut sie. Wollte jeder in einem solchen Fall nach eigenem Gutdünken entscheiden, so wäre des Schreckens kein Ende, so lebten wir wie unter reißenden Bestien. Wie Sie sich vor sich selbst und Ihrem höchsten Richter verantworten werden, weiß ich nicht. Uns Menschen sind Sie die Verantwortung noch schuldig.«
Urbas schüttelte den Kopf. »Was kann das Reden hinzutun oder wegtun?« murmelte er gleichgiltig.
»Zwischen Ihnen und uns muß reiner Tisch werden,« sagte ich; »so lange Sie sich trotzig verschließen, bleibt alles ein wüster Graus.«
»Wenn einer aber nicht die Worte hat?«
»Hat er sie nicht oder verweigert er sie nur aus Hoffart und aus Trotz?« entgegnete ich; »prüfen Sie sich.«