Anna

(kommt von links. Sie ist zum Ausgehen gekleidet, doch hat sie statt des Hutes einen schwarzen Schal über dem Kopf. Sie tritt leise auf, schaut vorsichtig durch das Zimmer. Als sie Lang so augenscheinlich gebrochen sieht, erschrickt sie und faltet unwillkürlich die Hände).

Lang

(blickt empor, mit innerlicher Wildheit)

Ja, Anna. Da bin ich nun. Kannst mich verpflegen, wenn du willst. Als Tagedieb im Haus, als Siebenschläfer im Bett. Bin zu nichts mehr nutze. Sie haben mir die Hände aus den Gelenken gedreht.

Anna

(macht zwei Schritte, bleibt wieder stehen).

Lang

(erhebt sich; mit verzweifelter Klage und Anklage)

Es kränkt mich wahrlich um meinen Stolz. Es kränkt mich um die Ader, die mir schwillt. Möcht alle getanen Schritte bereuen und alle gesprochenen Worte wieder einschlucken. Warum bin ich nicht auch so ein Jasager und Sonnenblumen-Männlein, dann stünd’ ich nicht so da, Schmach und Spott mir selber. Der elende Mückentanz! Wohin man greift, nur Luft; wohin man schlägt, trifft’s den eigenen Leib. (Ausbrechend in heller Bitterkeit.) Schau’ mich nicht an, Frau, ich schäm mich vor dir. Was kannst du anders glauben, als daß ein Mannsbild nur dazu da ist, um zu flunkern und sich wichtig zu machen? Und wenn er sich ganz in floribus hat zeigen wollen und einer Sache sich verdungen hat, bei der von Recht und Wohlfahrt zu schwadronieren war, so sitzt er nun um so erbärmlicher da, mit Fußtritten heimgeschickt.