„So werden wir uns also noch auf weitere Besuche von den Räubern gefaßt machen müssen?“
„Ohne Zweifel,“ sagte der Trapper. „Und Euer Lager hier gewährt Euch keinen Schutz gegen ihre Kugeln. Ich weiß eine Stunde von hier einen besseren Ort, einen Felsenberg, der, von tapferen Männern verteidigt, eine gute Zuflucht für die Weiber und Kinder wäre.“
Der Squatter horchte auf; er forderte noch nähere Auskunft, und die Beschreibung des Berges gefiel ihm so gut, daß er den sofortigen Aufbruch befahl. Es galt, die Wagen mit den Händen bis an jenen Ort zu ziehen, eine Aufgabe, die für gewöhnliche Menschen fast unausführbar gewesen wäre, an die die starken Söhne des Emigranten jedoch herangingen, als handle es sich um ein Kinderspiel. Schon knarrten und quietschten die Mehrzahl der schwerfälligen Fuhrwerke, von den Männern gezogen und den Weibern geschoben, träge über das Gras, als Ismael und sein Schwager Abiram sich an den kleinen, zu dem Leinwandzelt gehörigen Wagen heranmachten.
Der Trapper, der, auf seine Büchse gestützt, den Kraftleistungen der jungen Männer mit beifälligem Nicken zugeschaut hatte, näherte sich jetzt den beiden mit kindischer Neugierde. Das Geheimnis dieses Wagens zog ihn unwiderstehlich an. Nur noch zwei Schritte war er von dem Zelte entfernt, als Ismael unter demselben hervorkam. Beim Anblick des Alten rötete sich sein Gesicht vor Zorn.
„Bisher meinte ich immer, daß nur die Weiber sich um Dinge kümmern, die sie nichts angehen,“ sagte er finster. „Was habt Ihr hier zu spionieren? Wem wollt Ihr Eure Neuigkeiten zutragen?“
„Ich stehe nur mit einem in Verkehr,“ antwortete der Trapper ruhig, „mit dem dort oben, mit meinem und Eurem Richter. Der braucht meiner nicht, um Neuigkeiten zu erfahren; vor dem könnt Ihr aber auch nichts verbergen, selbst nicht in der Einsamkeit dieser Wüste.“
Jetzt kroch auch Abiram unter der Leinwand hervor.
„Vor dem alten Schleicher müssen wir uns hüten,“ rief er, einen giftigen Blick aus seinen falschen Augen auf den Greis werfend. „Wenn der nicht mit den Rothäuten unter einer Decke steckt, dann bin ich ein Sioux!“
Auf diese Worte seines Verwandten musterte der Squatter den Trapper noch einmal scheeläugig und forschend von oben bis unten, er schien sich jedoch nicht zu der Ansicht Abirams bekehren zu können, denn er wendete sich bald ab, brachte den Wagen in Ordnung, spannte sich mit Abiram davor und zog den anderen Fuhrwerken nach.
Der Alte folgte ihnen mit den Blicken. Dann schweifte sein Auge über das verwüstete kleine Tal.