„Ehrwürdiger Jäger,“ antwortete Obed Bat, der auf einer seiner botanischen Exkursionen an diesen Ort gekommen war, „ich freue mich dieser Begegnung, da ich Euch bereits, wenn auch nur dem Ansehen nach, kennengelernt habe. Wir beide lieben die Natur und ihre wunderbaren Erzeugnisse, wir sollten daher in Freundschaft verbunden sein.“

„Aha, Ihr seid der Doktor, von dem ich in Ismael Buschs Lager reden hörte,“ entgegnete der Trapper. „Setzt Euch her und esset und dann sagt uns, was Ismael unter dem weißen Zelte mit sich führt, das er so scharf und bissig bewacht wie eine Bärin den Ort, wo ihr Junges schläft.“

„Habt Ihr davon auch gehört?“ versetzte der Doktor, den Bissen wieder sinken lassend, den er eben mit lüsterner Miene zum Munde führen wollte, während Paul mit anscheinend immer zunehmendem Appetit dem Fleische zusprach.

„Nein, gehört habe ich nichts, aber gesehen habe ich das Zelt, und weil ich nachschauen wollte, was sich darunter verbirgt, hat man mich beinahe gebissen.“

„So, also gebissen!“ sagte der gespannt aufhorchende kleine Mann. „Dann muß es also doch ein Raubtier sein. Ein Bär, ein Ursus horridus ist's nicht, dafür verhält es sich zu ruhig; ein Hund, ein Canis latans, kann's auch nicht sein, denn den hätte seine Stimme längst verraten. Andererseits aber kann doch Ellen Wade nicht mit einem Raubtier auf so vertrautem Fuße stehen. Hm, zum Locken anderer Tiere bei der Jagd haben sie's mitgenommen, wie sie sagen ... hm ... Verehrungswürdigster Jäger, ich muß Euch offen gestehen, daß dieses rätselhafte Tier, das tagsüber in einem Wagen und nachts in dem Zelte verwahrt wird, mir bereits mehr Kopfzerbrechen verursacht hat als sämtliche Vierfüßler der Naturgeschichte zusammen, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil ich es noch nicht zu klassifizieren vermochte.“

„Ihr meint also, Ismael führe ein reißendes Tier unter jenem Zelte mit sich herum?“ fragte der Trapper augenscheinlich belustigt.

„Ich meine nicht nur, ich weiß es genau,“ versicherte Doktor Battius mit großem Ernste, „denn Ismael Busch selber hat es mir gesagt.“

Paul Hover lachte kauend laut auf. Der Trapper aber schüttelte nachdenklich den Kopf.

„Dahinter steckt irgend ein Geheimnis,“ sagte er ruhig. „Ismael läßt keinen Unberufenen dem Zelte nahekommen, ein Tier aber brauchte er nicht so ängstlich zu verbergen. Ein Tier kann's auch gar nicht sein, sonst hätte mein Hektor mir längst davon erzählt, denn seine Nase ist noch so unfehlbar wie einst, in seinen jungen Jahren.“

„Bildet Ihr Euch ein, Euer Hund sei klüger als ein Mann von meinen Kenntnissen?“ rief der Doktor halb unverständlich, da er den Mund voll Büffelfleisch hatte. „Wie soll solch ein Köter zum Beispiel die Klasse, Gattung, Art und Geschlecht eines Tieres feststellen? Wie kann er wissen, was selbst studierten und gelehrten Leuten verborgen ist?“