„Er sprach, denke ich mir, genau so, wie er gesprochen haben würde, hätte er seinem Freunde Auge in Auge gegenüber gestanden.“

„Was? Nannte er den Wilden seinen Freund? Den armen, nackten, bemalten Krieger des Waldes nannte er seinen Freund? Er war nicht zu stolz, den heidnischen Indianer seinen Freund zu nennen?“

„Nein, im Gegenteil, er rühmte sich mit Stolz dieser Freundschaft. Ich sagte Euch ja bereits, daß er seinem Erstgeborenen den Namen dieses Freundes gab und dabei den Wunsch äußerte, daß der Name wie ein Erbteil für alle Zeit in der Familie bleiben möge.“

„Das war recht gehandelt,“ nickte der Greis in freudiger Rührung, „das war eines Mannes und eines Christen würdig. Er pflegte den Delawaren wegen seiner Schnelligkeit zu bewundern — sprach er auch davon?“

„Gewiß; er nannte ihn oft den ‘Flinken Hirsch’, Le Cerf Agile; das war ein Beiname, der dem Häuptling gegeben war.“

„Richtig. Und kühn und furchtlos war er, nicht, Knabe?“ fuhr der Trapper fort, ganz glückselig darüber, hier das Lob dessen zu hören, den er in vergangener Zeit allem Anschein nach herzlich geliebt hatte.

„Kühn und großherzig, tapfer und ohne Furcht,“ bestätigte Middleton. „Wenn mein Großvater Muster echten Heldenmutes und wahrer Mannestreue anführen wollte, dann nannte er stets den Häuptling Unkas und dessen Vater, einen edeln Krieger, dem wegen seiner Weisheit der Beiname ‘die Große Schlange’ verliehen worden war.“

„Damit ließ er ihnen nur Gerechtigkeit widerfahren,“ rief der Greis. „Doch war das alles, Knabe? Wußte Euer Großvater nicht noch mehr zu berichten?“

„Doch. Die Erzählungen, bei denen auch meine gute Großmutter —“

„Ha,“ unterbrach ihn der Trapper, dessen Antlitz unter einer neuen Erinnerung förmlich strahlte, „ich weiß, sie hieß Alice! Wie deutlich sehe ich das schöne Kind vor mir! Ihr blondes, lichtes Haar schimmerte wie Gold, ihr Auge war blau wie der Himmel, und ihre Haut so rein wie der Winterschnee auf der Prärie! Hab' ich nicht recht?“