Die Erfahrung des alten Jägers bewährte sich auch hier. Das von ihm entzündete Feuer verbreitete sich schnell nach allen Seiten und erweiterte, dem Präriebrande entgegenlaufend, den freien Raum, in dem unsere Flüchtlinge sich befanden. Derselbe wurde bald so groß, daß sie nur noch wenig von der Hitze spürten. Als die beiden Flammengebiete in der Entfernung aufeinander stießen, da mußte der Brand notwendigerweise erlöschen, denn weder vor sich noch hinter sich fand er noch Nahrung, da die Prärie jetzt nichts weiter als eine geschwärzte, von jeder Vegetation entblößte Fläche war.
Der Hauptmann und der Bienenjäger konnten kaum Worte finden, dem Trapper für das so einfache und doch so wirkungsvolle Rettungsmittel zu danken.
Der Alte lachte still in sich hinein. „Ja, ja,“ nickte er, „man weiß sich noch immer zu helfen; man ist ja auch alt genug geworden. Aber nun seht nach den Pferden, Freunde. Eine halbe Stunde wollen wir noch warten, um den Boden abkühlen zu lassen, dann aber müssen wir auf und davon. Der Doktor kann meinen Gaul besteigen, sein armer Esel wird, wie ich fürchte, den Brand nicht überlebt haben. Schaut unterwegs nur immer scharf nach Osten aus, dort muß sich der Fluß zeigen; sein blanker Spiegel wird auch trotz des Qualmes, der sich noch stundenlang auf der Prärie hin und her wälzt, bald zu erkennen sein.“
Nach Ablauf der festgesetzten Frist machte die Gesellschaft sich wieder auf den Weg, hastig und lautlos, denn der alte Jäger hatte Schweigen anempfohlen. Der Qualm war allerwärts so dicht, daß auf zweihundert Schritt kein Feind mehr wahrzunehmen gewesen wäre. Nur der Doktor ließ ab und zu leise Klagen über den Verlust seines treuen Esels hören. Man hatte einige Meilen zurückgelegt, als man auf die Überreste eines verbrannten Pferdes stieß. Die Frauen und die jungen Männer erschauderten bei der Betrachtung derselben und bei dem Gedanken, wie leicht auch ihnen solch ein grausiges Geschick hätte zuteil werden können, und inniger wurde das Dankgefühl gegen den greisen Jäger in ihrem Herzen.
Der aber betrachtete forschend den Boden rings um den Kadaver. Die Gegend war sumpfig und die Erde daher, trotz der darüber hingeeilten Glut, weich und feucht.
„Hier sind die Abdrücke seiner Hufe,“ sagte er, umherspähend; „und hier auch der eines Mokassins, so wahr ich ein Sünder bin! Der Reiter hat alles aufgeboten, sein armes Tier von der Stelle zu bringen, aber es liegt in der Natur eines solchen Geschöpfes, daß es in Feuersgefahr kopfscheu und störrisch wird. Wo mag der Reiter hingekommen sein?“
„Dort drüben liegt noch ein Pferd!“ rief jetzt Paul Hover.
Der Trapper blickte nach der angegebenen Richtung.
„Meiner Treu,“ sagte er, „der Knabe hat recht. Sollten die Tetons in ihre eigene Falle geraten sein?“
Sie näherten sich dieser zweiten Entdeckung. Schon von weitem begann Hektor zu knurren und seine Zahnstumpfe zu zeigen.