„Ruhig doch, Alter,“ ermahnte ihn sein Herr. „Was soll ich denn von dir denken? Schämst du dich nicht, hier ein gebratenes Pferd anzuknurren, gerade als wenn du die Fährte eines grauen Bären gefunden hättest? ... Aber was sehe ich? Das ist kein Pferd, das ist eine Büffelhaut mit den Haaren nach innen ... Das Feuer ist darüber hingelaufen, ohne sie zu verbrennen.“
Er trat hinzu und stieß die Haut mit dem Fuße an. Dieselbe bewegte sich, wurde zur Seite geworfen, und unter ihr sprang mit Blitzesschnelle ein indianischer Krieger hervor.
Sechstes Kapitel Hartherz
Es war der junge Pawnee, den die erstaunte Gesellschaft so plötzlich und unerwartet vor sich stehen sah. Eine Minute lang musterte man sich gegenseitig, stumm, forschend und mißtrauisch, dann brach der Trapper das Schweigen.
„Die Sache ist klar,“ sagte er. „Der Junge ist im Schlaf von dem Feuer überrascht worden und hat, nachdem er sein Pferd verloren, unter der Haut eines frisch geschlachteten Büffels Schutz gefunden. Gar nicht übel, wenn man kein Pulver hat, um ein Gegenfeuer anzuzünden. Ein gescheiter, tüchtiger Bursche, den ich wohl als Reisegefährten haben möchte. Mein Bruder ist willkommen,“ fuhr er in der Pawneesprache fort. „Die Tetons haben ihn geräuchert, als wäre er ein Waschbär.“
„Die Tetons sind Hunde,“ antwortete der junge Indianer rollenden Blickes. „Wenn der Kriegsruf der Pawnees in ihren Ohren ist, dann heult die ganze Nation.“
„So ist es. Die Spitzbuben sind uns auf der Fährte, und ich freue mich, einen Krieger gefunden zu haben, der den Tomahawk zu führen weiß und jene Schufte nicht liebt. Will mein Bruder meine Kinder in sein Dorf geleiten? Wenn die Tetons unserer Spur folgen, werden meine jungen Männer ihm beistehen, sie zu bekämpfen.“
Der Pawnee betrachtete jeden einzelnen der Gesellschaft mit durchdringendem Blick, dann antwortete er:
„Mein Vater ist willkommen. Die jungen Männer meines Volkes sollen mit seinen Söhnen jagen, und die Häuptlinge werden am Beratungsfeuer mit dem Graukopf rauchen. Die Pawneemädchen werden seinen Töchtern ins Ohr singen.“