„Euer Wunsch soll erfüllt werden,“ sagte der Hauptmann schnell. „Wollte Gott nur, daß ich noch mehr für Euch tun könnte.“

Der Trapper schwieg eine kleine Weile, dann blickte er auf den jungen Jagdhund des Offiziers und begann:

„Diesmal rede ich nicht für mich selber, sondern für einen anderen. Da ist mein Hektor; wie sein Herr, so hat auch er schon lange die Grenze überschritten, die Gott sonst dem Leben von seinesgleichen gesetzt hat. Solch eine Kreatur hat ihre Empfindungen und Gefühle ebensogut wie ein Christenmensch. Nun ist ihm in dieser letzten Zeit Euer Tier da ein lieber Kamerad und Freund geworden, und ich muß sagen, daß es mir nahegeht, daß er sich nun von ihm trennen soll. Ich frage Euch daher, ob Ihr mir den Hund überlassen, oder, wenn er Euch zu wertvoll ist, ob Ihr ihn mir bis zum Frühjahr leihen wollt, denn länger wird mein Hektor nicht mehr am Leben sein.“

„Nehmt ihn!“ rief Middleton. „Nehmt alles, was Euch sonst noch gefällt!“

Der alte Mann stieg ans Land und pfiff den Hunden, die ihm beide bereitwilligst folgten. Dann nahm man Abschied. Nur wenig wurde dabei gesprochen. Der Trapper reichte jedem mit mildem, feierlichem Ernst die Hand. Middleton vermochte vor Ergriffenheit kein Wort zu äußern, ebenso Paul, der statt dessen zu pfeifen versuchte, was ihm jedoch jämmerlich mißlang. Auch Doktor Battius war tief gerührt; die Frauen schluchzten. Als die letzte Hand gedrückt war, schob der alte Mann selber das Boot ins tiefere Wasser zurück, wo es sogleich von der Strömung erfaßt wurde. Alle saßen schweigend, auch kein Ruder wurde ausgelegt, bis das Fahrzeug einen Hügel umschifft hatte, der seinen Insassen den Trapper aus den Augen brachte. Zuletzt sahen sie ihn, wie er regungslos auf seine lange Büchse gelehnt stand; Hektor lag zu seinen Füßen, und der jüngere Hund sprang lustig auf dem Sande umher.


Ein Jahr war vergangen, und der Herbstwind strich über die Prärie.

Die Sonne neigte sich bereits zum Untergang, als eine kleine Schar von Reitern von der Hochebene, die sie bisher, vom Missouriflusse kommend, durchkreuzt hatten, in den noch immer mit üppigem Grase bestandenen weiten Grund hinunterritt, in dem das Dorf der Pawnee-Loups sich ausbreitete.

Der Führer der Schar war Middleton; unter den Begleitern desselben machte Paul Hover sich durch sein munteres Wesen am meisten bemerkbar. Der letztere hatte die Bienenjägerei aufgegeben und betrieb daheim die Landwirtschaft; sein Weib Ellen hatte dies verlangt und auch durchgesetzt. Middleton hatte zum Zweck der Landesaufnahme gewisse Gebietsteile zu bereisen und die Gelegenheit benutzt, den alten Freunden einen Besuch abzustatten.