a =107Fuß
b =408”
c =1232”
27010”

senkrechte Höhe, und

a =145Fuß 2”
b =1267”
c =1234”
3951”

horizontale Länge des Wasserfalls bewirken. Auch das Felsenthal am Fuß des Oetschers, durch welches sie sich ergießt, gewährt einen ergreifenden Anblick.


[Dritter Gesang.]

[1] Vers 3.

Marbod, Marobodus, wie ihn Tacitus nennt, König der Marcomannen, eines schwäbischen Stammes (Mark-Mannen, Hüther der Gränze, oder wie Andere wollen: Marich-Mannen, Roßtummler, von dem alten deutschen Wort Marich, Stute, Mähre, equa), lebte gleichzeitig mit Herman dem Cherusker. Entschlossen, sich in einer entfernteren Stellung den Römern furchtbar zu machen, sammelte er ein Heer von mehr denn siebenzig tausend Mann, zog immer weiter an der Donau herab, und nachdem er den Catualda (Gothwald oder Katwald), einen Anführer der Gothen, aus dem Lande der Bojen, dem heutigen Böhmen, verjagt hatte, gründete er dort den Sitz eines neuen Reichs, das sich von der äußersten Spitze der Ostmark, und der Gränze Pannoniens, bis an das Riesengebirge hin erstreckte. Inguiomar (wahrscheinlich Hinkmar), der Ohm Hermans, der zu ihm flüchtete, verwickelte ihn in einen heftigen Streit mit seinem gewaltigen Neffen, und als nach einer unentschiedenen blutigen Feldschlacht seine Krieger auf Hermans Seite traten, und Catuald mit Hülfe römischer Scharen seine Burg erstürmte, faßte er den Entschluß, sich in Roms Schutz zu begeben. Er wurde nach Ravenna verwiesen, wo er nach einem zwei und zwanzigjährigen Aufenthalt sein Leben — das er, wie Tacitus sagt, zu sehr liebte, in unrühmlicher Abge­schiedenheit endete. Catuald hatte ein gleiches Schicksal, denn er wurde von den Römern nach Frejus in Frankreich verwiesen.

[2] Vers 16.

Das Schloß Hainburg mit dem Städtchen gleiches Nahmens, an der Gränze Ungerns in Unter-Oestreich, soll, der Sage nach, von Attila, dem König der Heunen, wie die Deutschen der Vorzeit die Hunnen nannten, erbaut worden sein: daher Heunenburg, Heunburg, geheißen haben. Was hier von dem Umfang, und der Lage des markomannischen Reichs unter Marbod, und weiter unten Vers 25 von der durch ihn gekämpften Schlacht auf dem Marchfeld gesagt wird, gründet sich, nicht mit historischer Gewißheit, sondern in poetisch genommener scheinbarer Möglichkeit, auf folgende Stellen aus dem Werke: Hist. opus in IV. T. divisum, quorum T. I. Germ. ant. illust. continet. Basileae 1574 ed. Tencterus.