Constanzia, Tochter des babenbergischen Leopold des Glorreichen, war die Gemahlinn Markgrafs Heinrich von Meißen, des Sieghaften, die ihm die beiden Söhne Dietrich und Albrecht gebar. Einen von diesen beiden verlangten die Stände von Oestreich, nach dem Erlöschen des babenbergischen Stammes, und der kurzen Regierung Hermanns von Baden, zu ihrem Herrscher, und fertigten von Tuln, wo sie ihre Versammlung hielten, Gesandte nach Meißen ab, die hernach der König von Böhmen unterwegs aufgehalten, von der Fortsetzung der Reise abgebracht, und sich durch Hindeutung auf eine Heirath mit der verwittweten Herrscherinn Margareth den Weg zur Erwerbung von Oestreich und der Steyermark eröffnet hat.

[6] Vers 473.

Daß die Meißner und Thüringer vor der Schlacht heimlich aus dem Lager Ottokars abgezogen seyen, ist geschichtlich. (S. oben Anmerkung [3] zum 386 Vers.) Die Ursache dieses Abzugs ist unbekannt.


[Neunter Gesang.]

[1] Vers 71.

Die Krieger, gewöhnlich leichte Reiterei, die vor einem feindlichen Heere daherzieh’n, heißen in der bestehenden Kriegssprache: Eclaireurs.

[2] Vers 436.

Venezia. Ueber die merkwürdige Eroberung Constantinopels im Jahr 1202 (also 76 Jahre vor der Marchfelder Schlacht) durch vorzügliche Mitwirkung des 90jährigen Greises, Heinrich Dandolo, Doge von Venedig, siehe Raumers Geschichte der Hohenstaufen III. B. und Daru’s Histoire de Venise I. Der Sänger Rudolphs von Habsburg wollte hier, jener herrlichen Stadt, der einstigen Königinn des adriatischen Meeres, deren Andenken ihm auf immer theuer bleiben wird, dankbar erwähnen.

[3] Vers 600.