»Nux vomica …«

»Du – nein, Richard!« Lieselott hielt die schreibende Hand fest. »Nicht Nux vomica – auch noch Medizin kochen heut zum Sonntag? Fällt mir ja im Traum nicht ein!«

Wieder rieb der Doktor seinen schmerzenden Schädel.

»Laß ihn, er ist blank genug,« sagte Lieselott hartherzig.

»Ja, – was soll ich denn sonst geben?«

Die gewandte Apothekerin schlug ein anderes Mittel vor, das nicht erst gekocht zu werden brauchte.

»Hm –« machte der Bruder nachdenklich. Dann riß er sich energisch zusammen.

»Nein, nein – das sind Weiberfisimatenten! Mit so was darfst du mir nicht kommen, das weißt du,« sagte er kurz – in diesem Punkte verstand er keinen Spaß und schrieb sein Nux vomica nur desto kräftiger hin. »So –!« tief aufatmend hob er die Augen, – da saß Lieselott über ihre Zeitschriften gebeugt und kümmerte sich nicht mehr um ihn. Jetzt galt's, sie herumzukriegen.

»Lieseken?!«

Keine Antwort. Er langte über den Tisch und zupfte die Lesende derb-liebevoll am Ohr: »Jesses, jesses, was sollt' ich wohl machen, wenn du mal heiratest, altes Scheusal?«