Ausgefärbte Männchen sind an Stirn, Oberkopf vom Schnabel an bis zur Mitte des Kopfes, an Wangen und Kinn hochgelb, auf der Mitte der Wangen einige Federchen prachtvoll hellblau wie Punkte aussehend und an den beiden Wangenseiten nach unten zu zwei ähnliche ovale schwarze Fleckchen. Vom Oberkopf abwärts über Rücken, Schulter und Flügel grünlichgelb, fein schwarz quer gewellt, auf den Schultern und den Flügeln ist die schwarze Zeichnung halbkreisförmig. Die Schwungfedern sind schwärzlich, hellgelb gesäumt. Die Unterseite des Körpers, Bürzel und Hinterleib hellgrasgrün, die zwei mittelsten verlängerten Schwanzfedern dunkelblau, die übrigen Schwanzfedern grünblau mit breitem, gelbem Mittelfleck. Schnabel grünlich horngrau, Wachshaut lebhaft dunkelblau glänzend, Füße bläulich-grau mit schwarzen Nägeln. Das Weibchen ist ein wenig kleiner sonst gleich gefärbt wie das Männchen, nur sind die blauen Wangen und schwarzen Bartflecken kleiner [und] weniger grell von Farbe; auch ist die Wachshaut des Schnabels mehr grau.
Abnorme Färbungen sind ganz gelbe und gelblichweiße Wellensittiche.
Der rothschultrige Schönsittich. (Psittacus pulchellus.) Ein hübscher, farbenprächtiger Sittich auch „Türkisin“ [genannt] und aus Australien stammend. Ein etwas träger, mürrischer Vogel, der erst mit Eintritt der Dämmerung etwas an Leben gewinnt und dann emsig in seinem Käfig herumklettert. Im allgemeinen wird dieser Vogel als wenig widerstandsfähig angesehen und dies mag auch bei den meisten frisch eingeführten Vögeln, die durch ungeeignete Ernährung heruntergekommen sind, der Fall sein. Nach eigenen Beobachtungen hält sich aber dieser Sittich einmal akklimatisirt bei entsprechender Pflege jahrelang und wir haben selbst im Winter in ungeheiztem Zimmer ein Paar ohne Schaden durchgebracht. Dieses Paar schritt auch zur Brut, brachte aber das Gelege nicht durch.
Der Schönsittich ist ein reizend gefärbter Vogel. Oberkörper dunkelgrün, Unterkörper lebhaft goldgelb, Gesicht rings um die Augen und Stirn himmelblau, grüner Zügelstreif, Schulterfleck tiefroth, Oberflügel hellblau, untere Flügeldecken dunkelblau ebenso die Schwingen, die unterseits schwärzlich sind. Schnabel schwarz-grau, Füße röthlich-grau, Auge dunkel. Bei älteren Männchen zeigt sich am Bauch ein röthlicher Fleck. [Das] Weibchen ist weniger lebhaft gefärbt, sieht im Ganzen düsterer aus; das Grün auf dem Rücken zieht ins graue über, die Abzeichen an Stirn und Flügel sind matter [und] schmäler und es fehlt der Schulter- und Bauchfleck. Futter wie Wellensittich.
Der Alexandersittich (Psittacus torquatus) in der Größe einer Haustaube, ist ziemlich häufig [und] unter den Sittichen wohl der begabteste, da er am ehesten und leichtesten Worte nachsprechen lernt. Vor Jahren besaßen wir einen Alexandersittich der ausnahmsweise zahm war, mehrere Worte sprach und einige kurze Sätze wie: „Guten Morgen Papa“ &c. zusammenbrachte. Infolge seiner leichten Zähmbarkeit, nicht minder durch sein zutrauliches Wesen und seine Aufmerksamkeit würde er, fiel nicht sein überaus unerträgliches Geschrei zu seinem Ungunsten in die Wagschale, einer der beliebtesten Sittiche sein, die auch einzeln im Käfig oder auf dem Ständer gehalten werden können.
Die Heimath des Alexandersittich ist Afrika und Asien, woselbst er oft in ungeheuren Schaaren die Felder heimsucht. Er nistet in hohlen Bäumen, Erdlöchern und selbst in der Nähe menschlicher Wohnungen, in Mauerlöchern &c. In der Gefangenschaft züchtet er unter günstigen Verhältnissen mit Erfolg.
Futter vorwiegend Kanariensamen und Hanf mit etwas weißer Hirse und ungeschältem Hafer; auch kleiner Mais und mit Vorliebe süße Früchte.
Das Gesammtgefieder ist grasgrün, auf Rücken und Flügel dunkler und unterseits gelblicher. Ein schwarzer, sich zu einem Kinnbart herabziehender Backenstreif grenzt an das rosarothe Halsband, das am Hinterkopf ins hell lila-blau übergeht. Der Schnabel ist karminroth, die Füße röthlich-grau. Das Weibchen ist einfach grün und nur im Alter wird bei ihm ein dunkelgrünes Halsband sichtbar.
Der Pflaumenkopfsittich (Psittacus cyanocephalus) ein hübscher und etwas kleinerer Sittich wie der Vorige und nicht so lästig durch unangenehmes Schreien, wird aber gleich diesem zahm und sehr zutraulich. Heimath das indische Festland und Ceylon. Auch der [Pflaumenkopfsittich] hat bereits mehrmals in der Gefangenschaft erfolgreich gebrütet. Futter wie bei dem Vorigen.
Der Kopf ist purpurroth, nach dem Hinterkopf zu pflaumenblau schillernd; die Kopfzeichnung wird von der grünen Gesammtfarbe des Vogels durch ein schwarzes Halsband und Bartstreif, welches sich bis zum Unterschnabel hinzieht, getrennt. Außerdem ziert den Nacken noch ein hellblau-grünes Band. Schulterfleck roth-braun, das übrige Gefieder mit Einschluß des in eine lange Spitze endigenden Schwanzes grasgrün. Oberschnabel gelblich-weiß, Unterschnabel schwärzlich und Auge perlweiß. Das Weibchen ist unscheinbar gefärbt; einfarbig grün mit aschbläulich angehauchtem Kopf und breitem grünem Halsband. Größe wie die einer Drossel.