Darum ist es auch ein schöner, alter Brauch, das ganze Haus zu schauen, wann ên d’Gelèenhêt kuken gêt. Das ist alte, ererbte, treuherzige Bauernehrlichkeit.

Ich hielt mich meistens in der Nähe des Eidams auf. Der Mann war mir auf einmal sympathisch geworden.

In dem einen Jahre hatte er zwar ganz nach dem alten Schema gewirtschaftet. Und doch war er ein schlauer Kopf. Er wirtschaftete so, weil er seinen Schwiegervater kannte. Der war in seinen jungen Jahren auf die alte Wirtschaftsweise eingepflügt worden.

Der konnte nicht mehr anders.

Und was der nicht konnte, durfte auch der Eidam nicht wollen.

So sind viele unserer alten Bauern.

Mit eisernem Hebel hemmen sie den Fortschritt. Und dann zwingen sie noch die Jüngeren, mitzubremsen. Die darben in harter Fron. Und doch müssen sie aushalten, weil der Friede des Hauses höher steht als der Fortschritt.

So wird die junge, tüchtige Kraft in Ketten gelegt.

Und so bleibt der Rückstand in manchem Bauernhause.