Als wir hinausgingen, verabschiedete er sich „Dajè, eddé Kanner.“ Er drückte Berta und mir die Hand, nickte mit dem Kopfe und blinzelte mit dem rechten Auge, wie er immer tat, wenn er guter Laune war. „Eddé, ech loßen éch jong Leit nach e beschen elèng. Dir hutt jo och neischt dergént.“ Er schmunzelte. „An ech hun wirklech och nach eppes Geschäften.“
Wir gingen über den Wilhelmsplatz, sahen uns die vielen schönen Geschäfte an, fanden manches, das wir uns später für unsern Haushalt anschaffen würden und plauderten von der Zukunft.
Berta hatte noch einige Einkäufe zu besorgen. Die erledigten wir zusammen. Und ich kaufte ihr noch ein Dutzend Blutorangen für die Mutter und ein Päckchen Gebäck für ihre Schwester und die kleine Nichte. Für Berta suchte ich eine schöne Bonbonnière aus mit einem Vergißmeinnicht auf dem Deckel. Darunter stand in großen goldenen Buchstaben: „Elle te dira que je ne t’oublie pas!“
Berta lächelte und dankte mit einem treuen, lieben Blick.
So vergingen die paar kurzen Stunden. Als der Zug hinauseilte ins Syrtal, hatte sich der Entschluß in zwei Herzen festgesetzt: wir werden uns finden, wir müssen uns finden.
Sanft entschlief der Tag. Und mit silbernem Monde und goldenen Sternen kam die Nacht.
Nie in meinem Leben werde ich diesen schönen Tag vergessen....
„Da wärd de Mononk d’Sâch an d’Rei kréen.“ Die Augen meiner Mutter glänzten. Zufriedenheit lag auf ihrem welken Gesichte.
Ich erzählte weiter. Meine Worte brachten Freude in unser Haus. Und auch meine Mutter gewann ihre Zuversicht wieder.