Mein Wissensdurst war wieder einmal glänzend gestillt und hochbefriedigt kehrten wir in unser Lager zurück.

Wir hatten noch zwei Tage Zeit, die wir einer eingehenden Besichtigung der Hafenstadt und ihrer großzügigen Anlagen widmeten. Auch den »Palast« des Oberhäuptlings Mango Bell, der uns mit einer Flasche Bier und Bisquits bewirtete, besuchten wir.

Der letzte Tag, den wir in Kamerun verbringen konnten, wurde zu einem Besuch der in Beseke befindlichen Negerrestauration »Zum strammen Hund« verwendet, wo wir uns bei einem Glase Eisbier mit einigen dort anwesenden Gouvernementsbeamten über ihre Erlebnisse während des Tropenaufenthalts unterhielten. Ja, ich konnte schon ihre Unterhaltung mit einigem Selbsterlebten unterbrechen, worüber sie sehr erfreut waren.

Am Mittag des nächsten Tages begaben wir uns an Bord, von einigen in Afrika neu gewonnenen Freunden begleitet, die uns Grüße an die Heimat mitgaben und sich mit einem kräftigen deutschen Händeschütteln verabschiedeten.

Ade, Kamerun! Du herrliches, einzigschönes Land mit deinen reichen, geheimnisvollen Schätzen, die du willig dem überläßt, der sich nicht der Mühe scheut, sie aufzusuchen und mit offenen Augen um sich schaut, auf all die Pracht, all den Reichtum! Mein Leben lang werde ich zehren an den herrlichen Erinnerungen, und, sitze ich im Norden Deutschlands, in Schnee und Eis vergraben, träumen von deinen ewig grünen, ewig schönen Urwäldern, deinen klaren, stillen Flüssen, den schäumenden, donnernden Wasserfällen und dem wunderbaren Zauber deiner mondscheindurchleuchteten Märchennächte! Was ich mir von dir versprach, das hast du getreulich gehalten und so, voller Freude, wie ich kam, scheide ich jetzt voller Wehmut. Nur ein letztes Lebewohl noch kann ich dir mit dem Tüchlein winken, und der stolze Kamerunberg erwidert den Gruß in schweigendem Ernst. Doch bald wirst auch du unsern Blicken entschwunden sein, weiter geht's in die offene See der fernen Heimat zu.

Vorbei die wundervolle, herrliche Zeit!

Zur Heimreise benutzten wir einen Zwischendampfer und lernten auf diese Weise die vor der Bucht von Biafra lagernde spanische Insel Fernando Poo kennen. Leider war der Aufenthalt im Hafen von St. Isabell sehr kurz bemessen, so daß sich ein An-Landgehen nicht lohnte. Wir hatten ja nun genug Eindrücke gesammelt, die wir auf unserer Heimreise an unserem geistigen Auge vorüberziehen lassen konnten und die Abendstunden waren immer viel zu kurz, um über alles Erlebte zu plaudern.

Nachdem wir bei ausnahmslos schönstem Wetter und spiegelglatter See die Häfen der Westküste passiert hatten, sahen wir uns eines Morgens wieder im Hafen von Santa Cruz. Für den Rest der Heimreise bestand in bezug auf Seekrankheit keine Gefahr, denn wir hatten für unsere ganze Reise die denkbar günstigste Jahreszeit gewählt und landeten wohlbehalten, sonnengebräunt und von den Angehörigen jubelnd begrüßt, am Petersen-Kai in Hamburg.