Eine ewig stumme, qualvolle Frage — ohne Antwort.
Ich bin allein geblieben.
Allein mit vier Kindern, die nicht meine Kinder sind. Ich bin der letzte Mensch auf dem Monde, der letzte derjenigen, die von der Erde gekommen sind. Die beiden andern, Martha und Peter, sind O’Tamor, den Remogners, sind Woodbell gefolgt. Und ich lebe.
Das ist das Schicksal, das ich am meisten gefürchtet und — am wenigsten erwartet habe.
Und wenn ich bedenke, daß das alles so schnell geschehen konnte! Sechs Mondtage, ein halbes irdisches Jahr! Wer hätte das damals geglaubt! Und zum drittenmal schon ist diese träge Sonne über diesem Meer aufgegangen, seit ich sie begraben habe. Ich bin allein, so furchtbar, so grauenhaft allein, daß ich während der finstern Nächte aufspringe und herumlaufe und am Tage jedes Geräusch und die Schatten der sich im Winde wiegenden Pflanzenungeheuer fürchte.
Ja, ich bin allein. Denn diese Kinder können mir nicht nahe stehen. Das sind Wesen aus einer anderen Welt, in des Wortes wahrster Bedeutung.
Was würde ich dafür geben, wenn auch nur für einen Augenblick, Martha oder Peter hier bei mir zu haben!
Als Martha krank wurde, hatte ich keine Ahnung, daß das so furchtbar enden sollte.
Ich bemerkte zwar schon lange, daß ihr Organismus erschöpft war von all dem, was sie durchgemacht hatte, daß Kummer und Trauer an ihrem Leben nagten, aber dieser Gedanke war doch so fern von mir, so fern!
Am letzten Mondtage begann Martha zu kränkeln. Noch stiller und nachdenklicher wie gewöhnlich, verbrachte sie fast die ganze Zeit mit den Kindern am Meeresstrande. Sie spielte mit Tom und liebkoste sogar die Mädchen, die sehr erstaunt waren über die so seltene Zärtlichkeit der Mutter. Gegen Mittag, als ich zum Strand ging, um ihr zu sagen, daß sie nach Hause zu den Teichen zurückkehren müsse, da die Gewitter im Anzuge seien, lächelte sie mir zu und wiederholte einigemal: