Indessen wurde es draußen immer heller. Die bis vor kurzem grauen Nebel glitten jetzt, vom Winde getrieben, an den Fenstern vorüber wie weiße Gespenster. Manchmal verdichtete sich ihr Schleier und verhüllte die Welt; dann dehnten sie sich wieder zu langen, flatternden Gestalten, die plötzlich auftauchten, sich vor den Fenstern verneigten und weiterflogen. Auch schimmerten aus diesem Nebel weiße Felsstreifen und wolkenumhüllte, perlende Säulen der Geiser und weiter oben am Hintergrunde des hellblauen Himmels der Gipfel des Otamor, der sich in den ersten Strahlen der Sonne rötlich färbte.
Martha frug nach den Kindern; als sie hörte, daß sie noch schliefen, ließ sie sie jedoch nicht aufwecken.
— Mögen sie schlafen, flüsterte sie, ich werde sie noch sehen, bevor die Sonne aufgeht ... Indessen ist es gut, daß es so still ist.
Dann wandte sie sich zu mir:
— Du wirst ihnen immer ein Vormund sein, nicht wahr?
— Ja, antwortete ich mit tränenerstickter Stimme.
— Und du wirst sie niemals verlassen?
— Nein.
— Schwörst du mir das?
— Ja, ich schwöre es.