Erde, du Paradies der höchsten Wonnen! Wahrhaftes Kleinod, lichter Smaragd, in die lasurblauen Meere gefaßt, o herrlichste Blume, duftender Weihrauch! Wie Vogelstimmen tönende Harfe!

O Erde! Erde! Heimat! Verlorene Mutter!

Schluchzen hebt mir die sehnsuchtsvolle Brust, und ich habe keine Tränen mehr, dich zu beweinen, Stern, über Wüsten leuchtend! Welt, über alle anderen der glühendsten Liebe wert!

Zu dir strecke ich meine Arme aus, ich, der dir so Ferne, der unglücklichste deiner Söhne und der einzige, dem du dich jetzt in deiner goldenen Gestalt zu zeigen geruhst! Stern unter den Sternen am Himmel!

Ich bete zu dir, einsam und verlassen, ich, den du als Kind kanntest, und der grau geworden ist, nicht auf deinem Mutterschoß:

Erde!

Vergib, daß ich mich von dir abwandte, durch die Begierde nach Erkenntnis, die du selbst in mir großgezogen, getrieben und verwirrt. Von dem Silbergesicht dieses toten Globus verführt, den du vor Zeiten von dir geworfen, daß er deine Nächte erleuchte und deine Meere einwiege!

Ich flehe zu dir, dein für ewig verlorener Sohn, dem du alles Gute gegeben, die menschliche Gestalt und den denkenden Geist, Blumen, die seine Augen erfreuen, und Vögel, an deren Gesang er sich laben konnte, und Brüder, daß er Schmerz und Freude mit ihnen teile; der verlorene, grausam bestrafte, nie mehr zu dir zurückfindende Sohn und der Kinder schlechtestes auf deinem breiten Schoße:

Erde!

Vergiß mich nicht! Leuchte meinen Augen, ehe sie der Schleier des ersehnten Todes umhüllt! ...