— Du bleibst hier, um auf die Erde zu schauen, Alter Mensch?

Ich nickte schweigend mit dem Kopfe.

— Aber du wirst doch nicht dorthin gehen?

Bei diesen Worten deutete sie mit einer Bewegung auf die Erde und die unter ihr liegende Mondwüste.

Unwillkürlich folgte ich ihren Blicken, und da war es, als zum erstenmal der Gedanke in mir auftauchte, daß ich mich dorthin begeben könnte, auf die Wüste, die ich vor fünfzig Jahren mit meinen Kameraden zurückgelegt hatte, um mich wenigstens für kurze Zeit, ehe ich sterbe, der Erde näher zu fühlen, sie direkt über mir zu haben. Heute erfüllt mich dieser Gedanke ganz und gar; er begleitet mich im Wachen und im Schlafe und ich kann mich nicht eine Minute von ihm losreißen. Aber damals war es kaum ein erstes Aufblitzen, das ich zunächst in mir erstickte, denn ich glaubte, daß es etwas Unmögliches sei; als wenn der Tod an der Grenze der Möglichkeit stünde und es unmöglich wäre, etwas zu kaufen, was man mit dem Leben bezahlen muß.

— Dorthin wirst du also nicht zurückkehren, wiederholte die Priesterin.

Ich zögerte.

— Nein. Noch nicht.

— So ... könntest du vielleicht doch noch mit diesen Armen am Meere wohnen? Sie möchten dich so gern in ihrer Mitte haben.

— Nein! antwortete ich hart, da ich sah, daß ich wieder mit Bitten bestürmt werden sollte. Ich will hierbleiben.