Zu Wildenau ist im Pöhlwasser ein unheimlicher Ort, der Grundtümpel genannt, da sich das Wasser einer Stuben groß in die Runde dreht, und sich öfters darin allerlei Spukgestalten sehen lassen, als Weiber, Männer und Pferde. Man hat auch in selbiger Gegend bis nach Schwarzenberg und Sachsenfeld viel Irrwische und feurige Drachen ziehen und spielen sehen. Wenn die Leute aus Raschau nach Wildenau gingen, oder von Schwarzenberg herüber gehen wollten, hat es sie oft die ganze Nacht irre und gar nahe an den besagten Tümpel geführt, so daß sie beim Anbruche des Tages an dem Wasser gesessen haben.
Teilweise ist ihnen ein Fischer mit Hamen begegnet, der sie bis an die Dorfhäuser täuschte, so daß sie 10 bis 12 Wochen darnach krank gelegen haben. Im Jahre 1624 wollte Andreas Illings Vater am Wildenauer Berge mit seinem Pferde arbeiten; da kam ein fremdes weißes Pferd mit allem Geschirr gelaufen und spannete sich selbst an. Nachdem es aber eine Weile hurtig gegangen, ahnte der Ackermann nichts gutes und wollte ausspannen und Mittag machen. Damit aber riß sich das wilde Pferd mit Haken und dem andern Pferde los und lief nach dem Tümpel zu; der Ackermann hing sich an sein Pferd, schrie und gab gute und böse Worte, bis sich das Gespenst verlor und ihn mit seinem Pferde in großer Bestürzung zurückließ.
229. Dämonische Gestalten an einem Teiche bei Scheibenberg.
(Lehmann, Histor. Schauplatz, S. 208.)
Eine starke Viertelstunde unter Scheibenberg, am Elterleiner Wege, läuft der tiefe Stollen in einen Teich aus. Daselbst hat es die Leute oft bei Tag und Nacht erschreckt und den Weg bald in Gestalt eines großen, ungeheuren Mannes, bald eines Wolfes vertreten, oder sonst mit Tumult und Gerassel bethört.
230. Dämonischer Sturm bei Oberscheibe.
(Lehmann, Histor. Schauplatz, S. 208.)
Im Juli des Jahres 1644 waren die Oberscheibener oben bei ihren Teichen im Heumachen. Da kommt am Sonnabende vor dem zehnten Trinitatissonntage ein mächtiger Sturmwind mit Sausen und Pfeifen, fährt in die Teiche und wirft das Wasser hoch in die Höhe, als wenn sich zwei Pferde im Wasser mit einander schlugen. Darüber erschraken die Leute, liefen an die Heuschöber, die bösen Geister aber fuhren aus den Teichen in die Heuschöber, spielten damit in der Luft, fuhren über die Äcker hinaus und nahmen, wo sie gegen Crottendorf zu antrafen, alle Wipfel von den Bäumen mit.
231. Der Drache.
(Mündlich. Spieß, Aberglaube etc. Progr., S. 30. Lehmann, a. a. O., S. 207.)