Nicht weit von der Johanneskapelle bei Joachimsthal zeigte man auf einem Feldraine das gegenwärtig durch einen Steinhaufen verdeckte »Hexenloch«. Die Sage erzählt von demselben, daß sich hier Hexen aufhalten. In der Walpurgisnacht führen sie ihre Tänze auf, essen und trinken und spielen um die Seelen von Selbstmördern Karten. Zum Schutze gegen ihr Eindringen in die Wohnungen werden von vielen Leuten am Walpurgisabende mit geweihter Kreide oder Kohle drei Kreuze an die Thüren gemacht.

263. Mittel gegen Zauberei.

(Lehmann, Histor. Schauplatz, S. 900.)

Zwei junge Eheleute in Pöhl waren von einer rachgierigen Dorfhexe so verzaubert, daß sie einander spinnefeind wurden und eines das andere ein ganzes Jahr lang nicht ansehen konnte. Endlich krochen sie beide durch sogenannte Schleifbrämen, das sind Brom- oder Kratzbeerzweige, welche einen Bogen geworfen und wieder in die Erde gewurzelt. Damit ist ihnen geholfen worden.

264. Eine Hexe wird erkannt.

(Lehmann, a. a. O., S. 908.)

Zu Arnsfeld bei Wolkenstein wurde eines Mannes Vieh bezaubert, daß es Blut gab. Da die Magd melken wollte, merkte sie das lose Stück, nahm ein Seihtuch, stach's voller Nadeln und kochte es im Ofen. Darauf kam der Nachbarin Mann gelaufen und begehrte Citronenschalen. Dieselben wurden ihm abgeschlagen, denn der Magd war es verboten worden, das geringste zu geben. Da kam der Mann wieder und bot etliche Hühnchen zum Verkaufe an; aber auch jetzt wurde er abgewiesen. Er kam zum dritten Male und verlangte nur eine Birne vom Baume im Garten; doch erlangte er nichts. Endlich kam er und bekannte, daß seine Frau brennende höllische Schmerzen habe und bat, so sie etwas gebraucht, es weg zu thun. Damit wurde es offenbar und mußte der Mann mit Weib und Kind davonlaufen.

H. Heine erzählt in seinen Sagen, Märchen und Bildern aus dem Harze (No. 79), daß einst eine Hexe, welche Milch verzaubert hatte, jämmerlich verbrüht und zerstochen wurde, als der Wirt, gegen den die Zauberei gerichtet war, die Milch kochte und dann mit einer Gabel in der kochenden Milch herum fuhr.

265. Die Hexen am Walpurgisabende.

(Spieß, Aberglaube etc. im Erzgeb., Progr., S. 13; z. T. mündlich.)