(Mündlich.)
An der Plänerleite zwischen Blauenthal und Zimmersacher liegt ein zerklüfteter Granitfelsen, welchen man wegen seiner Form die Steinwand nennt. Weiter oben nach dem Zimmersacher zu aber quillt der »Goldbrunnen«, aus welchem man einst Gold gewaschen hat. In der Steinwand jedoch öffnete sich einst an einem Karfreitage, als in Eibenstock die »lateinische Litanei« gesungen wurde, eine Höhle, und wenn jemand durch das Thor derselben hineingegangen wäre, hätte er daselbst große Schätze gefunden.
282. Der Schatzkeller am Bärenstein.
(Richter, Umständliche Chronica der freyen Bergstadt St. Annaberg. Annaberg, 1746, S. 8.)
Es ist die alte Richterin zu Königswalde nebst noch zweien ihrer Nachbarn am Bärenstein im Mai Gras und Kräuter zu holen gegangen, und als sie an den Berg gekommen sind, so hat sichs am Berge aufgethan wie ein großes Scheunenthor, daß sie hinein gesehen hat, wie in eitel Silber und Gold, und als sie die andern zwei gerufen, daß sie es auch sehen sollten, so ist es wieder verschwunden.
283. Der Schatzkeller im Scheibenberge.
(Chr. Lehmann, Histor. Schauplatz etc., S. 187.)
Im Jahre 1605 bekam M. Laurentius Schwabe, Pfarrer in Scheibenberg, etliche Gäste von Annaberg. Seine Ehefrau führte einige ältere Freundinnen über und um den Scheibenberg, ihnen dessen Gegend zu zeigen. Dabei trafen sie aber ein Loch, in welches drei Stufen führten und darin lag ein glänzender Klumpen, wie glühendes Gold. Darüber erschraken sie und gingen eilends nach der Stadt. Als sie jedoch den Pfarrer nebst den übrigen Gästen nach dem Orte führen wollten, konnten sie das Loch nicht wieder finden.
Im Jahre 1648 starb Hans Haß, ein alter ehrlicher Bürger zu Scheibenberg, welcher auf dem Siechbette von seiner Armut am Anfange seines Ehestandes folgendes erzählte: Als Wolf Köhler seine Tochter Elisabeth weggab, wären wir junge Eheleute gerne mit zu Ehren gezogen, aber wir hatten kein Geschenke. Wir gingen am Berge grasen und wurden eines Lochs gewahr, das mit einer eichenen Thür verschlossen, und gingen etliche Stufen hinein. Da wir Wunders halber hinein sehen, liegt ein Fuchs auf einer Stufen. Wir erschraken darüber, gleichwohl weil sich der Fuchs nicht rührete, gaben wir ihm einen Stoß und befunden, daß er tot war. Ich verkaufte den abgestreiften Balg, wir gingen auf die Hochzeit und waren lustig. Aber nach selbiger Zeit habe ich das Loch nicht wieder finden können, wie fleißig ich auch gesucht habe.