Ein armer Mann, dessen Weib schwer krank darnieder lag und der überdies noch drei unmündige Kinder zu versorgen hatte, beschäftigte sich, um nur das tägliche Brot zu verdienen, mit dem Sammeln von Hadern und Papierabfällen, um sie dann zu verkaufen. Einmal, am Karfreitage, ging er an sein armseliges Tagewerk, hatte aber zu seinem großen Leide nichts von seinen gesammelten Effekten verkauft. Betrübt darüber, mit Thränen in den Augen, kam er an dem Purberge vorüber und dachte darüber nach, wovon er mit seinem Weibe und seinen hungrigen Kindern heute und morgen leben werde. Wie er so in Gedanken weiter geht, sieht er plötzlich einen alten Mann, der ihn fragt, worüber er so betrübt sei. Der Hadersammler erzählte ihm ganz aufrichtig seinen Kummer und sprach ihn zuletzt um ein Almosen an. Der alte Mann aber antwortete: »Geld habe ich zwar keines, aber gehe nur nach Hause, dort wird Dir schon geholfen werden.« Der arme Mann glaubte seinen Worten, und zu Hause angelangt, schüttete er seinen Korb mit dem Papier und den Hadern aus und entdeckte zu seinem größten Erstaunen am Boden des Korbes einen großen Goldklumpen. Von nun an war er ein wohlhabender Mann.

292. Der beschrieene Schatz des Hohen Steins.

(Joh. Böhm in der Erzgebirgs-Zeitung, 1881, S. 135.)

Ein Weib, welches mit einer Gefährtin am Hohen Steine Holz sammelte, sah plötzlich, als sie sich aus ihrer gebückten Stellung aufrichtete, einen großen Haufen Gold vor sich, über dem ein zuckendes Flämmchen schwebte. Überrascht und erstaunt betrachtete sie mit gierigen Blicken das gleißende Metall und rief laut ihrer entfernten Gefährtin zu: »Komm' doch schnell hierher und hilf mir den großen Schatz in meinen Korb raffen, welcher hier liegt!« Kaum waren diese Worte ihrem Munde entflohen, als unter zischendem Geräusche der Schatz verschwand, und die Gerufene, welche eiligen Laufes herbeigekommen war, schalt jetzt ihre Genossin tüchtig aus, weil sie so unbedachtsam den Schatz beschrieen und ihn so zum Verschwinden gebracht habe.

293. Der Schatz in der Loh bei Schönau.

(Mitgeteilt vom Lehrer H. Schlegel aus Wildenfels.)

In der sogenannten »Loh,« einem stellenweise sumpfigen, nach dem nahen Dorfe Schönau bei Wildenfels zu gelegenen Distrikte, soll in früher Zeit ein Raubschloß gestanden haben. Man sah an diesem Orte auch häufig des Nachts um die zwölfte Stunde ein kleines Licht, und als man daselbst nachgrub, fand man einen großen Schatz, welcher in einer kupfernen Pfanne lag.

294. Der Schatz auf der Geyersburg.

(Erzgebirgs-Zeitung, 1. Jahrg., S. 196.)