(Mündlich.)

Einst ging eine Frau aus Bermsgrün in den Wald und fand daselbst mehrere wohl geordnete Häufchen von rundlichen, abgesprungenen Fichtenrindenstücken, die man »Kutter« nennt. Da sagte sie für sich: »Wer mag nur da gespielt haben?« und nahm solche Kutter von den Häufchen mit nach Hause, damit ihre Kinder auch damit spielen sollten. Als sie aber zu Hause ankam und den Korb aufdeckte, um die dahinein geworfenen Kutter ihren Kindern zu geben, fand sie statt derselben Geldstücke. Schnell ging sie darauf zurück, um auch die liegen gelassenen Kutter zu holen, allein sie konnte keine mehr finden.

322. Die sonderbaren Sägespäne.

(Wenisch, Sagen aus dem Joachimsthaler Bezirke, S. 85.)

Vor vielen Jahren ging ein Weib aus Abertham in den in der Nähe liegenden Wald, der damals den Mühlberg bedeckte, um Klaubholz zu holen. Im Walde angekommen, stellte sie ihren Korb bei einem Kreuzwege nieder und lief in die Kreuz und Quer herum, um die Reiser zusammenzutragen. Als sie zu dem Korbe zurückkam, fand sie denselben mit Sägespänen angefüllt. Da sie jedoch ihrer nicht bedurfte, schüttete sie in ihrer Einfalt die Späne aus und legte in den Korb das Klaubholz. Wie war aber das Weib erstaunt, als sie, nach Hause gelangt, den Korb leerte und darin viele Goldstücke fand! Diese waren auf wunderbare Weise aus den Sägespänen, welche an dem Korbrande hängen geblieben waren, entstanden. Mit freudestrahlendem Gesichte eilte das Weib sogleich in den Wald zurück, um die verschmähten Sägespäne aufzuraffen, allein ihr Suchen war vergeblich, denn dieselben waren spurlos verschwunden.

323. In Goldstücke verwandelte Kartoffeln.

(Wenisch, Sagen aus dem Joachimsthaler Bezirke, S. 98.)

Unweit von Platten steht an der Straße, die vormals von dieser Stadt nach Bäringen leitete, eine Johannes-Statue. Eines Abends – es mochte 9 Uhr sein – ging der Binder Fladerer aus Platten von Bäringen nach seinem Wohnorte. Als er bei der erwähnten Statue vorbeischritt, lagen mitten auf dem Wege frische, erst aus dem Felde genommene Kartoffeln. Ohne sich lange zu besinnen, griff Fladerer nach denselben und steckte sie ein. Wie er daheim die Kartoffeln aus den Taschen nehmen wollte, zog er lauter blanke Goldstücke hervor.

Nach der Sage soll unter der Johannes-Statue ein Silbergang sein.