326. Der Schatz auf dem Burgberge bei Mulda.

(Mündlich.)

Zwischen den Dörfern Lichtenberg, Burkersdorf bei Frauenstein und dem als Sommerfrischort in Aufnahme gekommenen Mulda erhebt sich der Burgberg, auf dessen Gipfel man noch die Überreste eines Doppel-Steinwalles und einen Brunnen, »Junfernbrunnen« genannt, sieht. Nach der Volkssage stand ehemals auf diesem Berge ein Schloß, und in einer weiten Felsenhöhle soll daselbst noch ein großer Schatz in einer Braupfanne liegen. Zuweilen hat man des Nachts zwischen 11 und 12 Uhr von Lichtenberg aus auf dem Berge ein Licht gesehen, und wenn man dann, wenn sich das Licht zeigt, den Gipfel erklimmt und einen weißhaarigen Jungen mitbringt, dann ist man fähig, den Schatz zu heben. Jedoch sind schon viele Personen, welche dies versuchten, von dem Lichte oder einem Hahne, welcher auf dem Platze des alten Schlosses erscheint, irre geführt worden. Der Hahn soll ein verzauberter Burgherr sein; derselbe ist erlöst, wenn es jemandem gelingt, den Schatz zu heben. Der Eintritt in den Geldkeller, und ebenso der Austritt, muß stillschweigend geschehen. Einer kam einst hinein und da sah er viel Gold und Edelsteine, von denen er sich eine große Menge mitnahm. Als er aber durch das Thor getreten war und in seiner Freude einen Laut ausstieß, schloß sich plötzlich dicht hinter ihm die Pforte und die Schätze, welche er soeben noch getragen hatte, waren wie ein Traum verschwunden.

Es lebte einmal in dem Dorfe Lichtenberg ein Junge, der sehr verwegen war, und den man deshalb den »Waldteufel« nannte. Derselbe kam einst mit zwei andern Jungen auf den Berg und kletterte an den Felsen, welcher nördlich von den Wällen steil abfällt. Hier sahen sie eine tiefe Felsenkluft und über derselben waren zwei Felszinken. Da hielt sich der »Waldteufel« an diesen Zinken fest und die beiden andern Jungen halfen ihm, so daß er sich etwas in der Spalte hinablassen konnte. Da sah er in der Tiefe einen großen Haufen Knochen, so daß er sich doch fürchtete, obschon er sonst beherzt war, und schnell wieder heraufstieg. Von Geld hat er aber nichts gesehen.

Übrigens sind auf dem Berge und in seiner Nähe schon viele Leute, auch bei Tage, so bethört worden, daß sie lange Zeit in der Irre gegangen sind.

Der oben genannte Brunnen soll immer Wasser gehabt haben, und wenn man versucht hat, dasselbe auszuschöpfen, so gelang es nicht.

327. Die Schätze des ehemaligen Schlosses Voigtsdorf bei Sayda.

(Mündlich.)

Da, wo sich jetzt die Schäferei von Voigtsdorf bei Sayda befindet, soll einst ein Schloß gestanden haben, das in einem Kriege, vielleicht im Hussitenkriege, eingeäschert wurde. Bei dieser Zerstörung wurde ein Schloßfräulein mit ihren Schätzen verschüttet. Ein Mann hat vor vielen Jahren wiederholt an dem Platze gegraben, um des Schatzes teilhaftig zu werden, jedoch nichts finden können.

328. Der Schatz im Zeisigwalde bei Chemnitz.