(Richter, Chronica der Stadt Chemnitz I. 1767, S. 54.)

Der ehemalige Schulrektor in Chemnitz, Paulus Niavis, welcher sich gegen das Jahr 1494 von da nach Leipzig gewendet, erzählt, daß bei dem Bürgerwald, das ist der jetzige Zeisigwald, ein kleiner Hügel bei des Bürgermeister Arnold Felde wäre, da habe unten an dem Fuße des Hügels eine große ausgebreitete Fichte gestanden, und daselbst wäre eine Höhle, von außen mit Dornen und Brombeersträuchern verwachsen; von dieser würde erzählt, daß in ihr ein großer Schatz von Golde verborgen liege, dieweil die Leute in dem Hussitenkriege ihr Vermögen darin verstecket. Solcher Schatz aber wäre besessen; es hätten einige Schatzgräber denselbigen haben wollen, aber nichts ausgerichtet.

329. Der Schatz im Taurasteine.

(Chemnitzer Tageblatt, 1882, No. 89, und nach einer poetischen Bearbeitung, mitgeteilt vom Lehrer Drescher in Burgstädt.)

In dem Taurasteine bei Burgstädt soll ein Schatz liegen. Auch erzählt die Sage von einem unterirdischen Verbindungswege zwischen dem Taurasteine und dem Rathause in Burgstädt. Einst soll auch auf dem Taurasteine ein Altar der heidnischen Wenden gestanden haben, welche sich, von ihren Priestern gerufen, im Hahnbusche versammelten, wenn sie zum Opfer hinaufzogen. Die Wenden und ihre Priester wurden vertrieben, aber noch lassen sich auf dem Platze gespenstische Männchen sehen, welche den verborgenen Schatz hüten. Es geschah einmal, daß ein Bewohner Burgstädts durch den Wald auf den Stein ging. Von der Hitze ermattet, legte er sich im Waldesgrün, wo ihn wohlthätige Kühlung umfing, nieder und fiel bald in einen tiefen Schlaf. Plötzlich rief ihm eine Stimme zu: »Stehe auf, denn ich führ Dich zu Deinem Glücke!« Als er die Augen aufschlug, war es Nacht und vor ihm stand ein graues Männchen. Mit unsichtbarer Macht zog es ihn, dem Männchen zu folgen, wohin ihn dasselbe führte. Bald standen sie vor einer geöffneten Pforte, und im Innern der Höhle lagen Haufen von hellleuchtendem Golde. Da sagte das Männchen: »Jetzt sind wir am rechten Orte. Alles was Du hier siehst, soll Dein sein und Du bist alle Deine Sorgen los. Nur eine Kleinigkeit wünsche ich dafür von Dir: Dein Weib gebar Dir einen Knaben, den sollst Du mir für all dies Gold schenken, daß er mir mit Leib und Seele gehört.« Da nahm der fromme Burgstädter schnell ein Kreuz, der Christen heiliges Zeichen, das er bei sich trug, hervor und hielt es dem Verführer entgegen. Plötzlich stürzten die Felswände krachend ein und das Gold sank wieder in die Tiefe hinab. Der Arme aber fiel mit bleichem Gesichte wie leblos zwischen dem Gesteine nieder, und als er am Morgen erwachte, wurde gar freundlich in der nahen Stadt das Pfingstfest eingeläutet. Zu Hause angekommen, fand er sein Weib, welches ihm in der Nacht ein Söhnchen geboren hatte, und als sich die Kunde von dem Geschehenen in der Stadt verbreitete, da eilte jung und alt nach dem Taurasteine, ob man noch etwas von dem Golde sehen möchte; doch jede Spur von der reichen Schatzkammer war verschwunden.

330. Der feurige Pudel und die vergrabene Kriegskasse im Kaiser Wilhelmsthale bei Nossen.

(Alfr. Moschkau in der Saxonia II. S. 107.)

Im Kaiser Wilhelmsthale bei Nossen zeigt sich in der Nähe der Pfarrbrücke, besonders an herbstlichen Abenden, ein schwarzer Pudel mit feurigen Augen, der sich einsamen Wanderern aufzuhocken pflegt. Er soll eine von 1813 hier längere Zeit lagernden Franzosen vergrabene Kriegskasse bewachen, die links unter der großen Linde liegt, des wachsamen Pudels wegen aber noch von niemandem gehoben werden konnte.

331. Der Burgberg zu Gleisberg bei Nossen.