Als im Jahre 1639 ein großes Sterben war, hatten die Raben bei Tage ein greulich Geschrei, bissen sich auch des Nachts bei Mondenschein heftig auf den Kirchen und Häusern herum, und es war furchtsam anzuhören, wenn die Eulen in den Gärten so jauchzten. Man merkte auch um selbige Zeit, daß ein Haufen Elstern mit Schreien und Schnattern alle Gassen voll gemacht und gleichsam die Post gebracht hatten, wenn räuberische Parteien kamen. Ehe einem Hausvater sein Weib und Kind in den Wochen starb, zogen die unter dem Dache nistenden Schwalben samt ihren Jungen weg. Desgleichen ist in Schneeberg geschehen, daß die Störche, welche lange Zeit auf eines Bürgers Hause genistet, im Jahre 1688, ehe der Bürger gestorben, davon gezogen und ausgeblieben sind. Im Jahre 1664 kamen des Nachts, ehe in Annaberg 400 Häuser in Asche gelegt wurden, etliche Eulen, setzten sich auf des Bürgermeisters Haus am Markte und schrien gräßlich.

399. Anzeichen von Feuersbrünsten.

(Lehmann, Histor. Schauplatz, S. 780.)

Man hat in unterschiedlichen Bergstädten wahrgenommen, daß wenn Gott mit einer Feuersbrunst strafen wollte, sich zuvor allerhand bedenkliche Vorboten gezeigt haben. Man hat in der Ratsstube des Nachts ein Licht brennen sehen, oder es ist ein Wasserkübel auf dem Rathausboden herunter gefallen, oder es hat auf dem Markt mit den Wasserkübeln gerasselt und sich in den Bottichen gebadet, oder es sind auch eiserne Reifen an den Röhrenbottichen geborsten und abgesprungen, oder es haben sich ungewöhnliche Feuervögel sehen lassen, oder es sind die Kinder unversehens vorbeigelaufen und haben Feuer gerufen, oder man hat eine unbekannte Stimme des Nachts zuvor gehört: Lösche, dein Haus brennet!

400. Die brennende Bergwitterung zeigt Erze an.

(Lehmann, Histor. Schauplatz, S. 430.)

Die sonderlich bei Nachtzeiten lichterloh brennende Bergwitterung, welche in Gestalt eines ausgestreuten Pulvers plötzlich lodert und verlöscht, und die Ausgänge, Luftlöcher und Klüfte der Metalladern zeigt, ist in dem Erzgebirge gar gemein, und hat man an den Orten, da hernach Bergstädte erbaut worden, zuvor viel und starke Bergwitterung gespüret. Dies ist geschehen im Jahre 1491, da um den Pöhlberg die Bergwitterungsflammen lichterloh ausgelauscht und die Bergleute veranlaßt, daß sie hernach die Erzgänge mit der Rute erforschten und entblößten. Dergleichen hat sich auch um Scheibenberg begeben, da vorzeiten rauher Wald und Morast gewesen, daß sich des Nachts viel Witterungen von ferne sehen lassen, so daß die Nachbarn vermuteten, es müsse daselbst reiches Erz liegen. Daher hat auch Caspar Klinger von Elterlein im Jahre 1515 zuerst daselbst eingeschlagen und die erste Fundgrube gemutet.

401. Ein Wunderzeichen am Himmel zeigt Krieg an.

(Meltzer, Hist. Schneebergensis, S. 1154.)

Am 25. Januar oder Pauli Bekehrungstage 1630 hat man überall im Gebirg ein Feuer- und Wunderzeichen am Himmel gesehen, als wenn unterschiedene Kriegstruppen miteinander im Gefechte wären, desgleichen hat man gehöret, als wenn Musketen losgingen und zur Begrüßung geschossen würde. Dies haben unzählige Personen mit Verwunderung und Schrecken beobachtet, aber auch mit seiner Bedeutung in erfolgten feindlichen Einfällen und Kriegsbewegungen erkannt.