477. Die Familie von Berbisdorf.

(Kirchengalerie von Sachsen, 2. Band. S. 231.)

Neben andern Rittergütern, wie Ober- und Nieder-Forchheim, hat die Familie von Berbisdorf Jahrhunderte hindurch und zwar bis 1767, da Heinrich von Berbisdorf kinderlos starb, auch das Rittergut Lippersdorf besessen. Das uralte Geschlecht führt gekrönte Arme mit dem leuchtenden Stern im Wappen und eine alte Urkunde besagt darüber: »Anno 1140 hat der Großmeister Weinrich von Kniprode mit Knisdude, Fürstin zu Littaw, so eine Hewdin (Heidin) gewesen, eine Schlacht vor Khaen in Littaw gehalten, in welcher Schlacht Andreas von Berbisdorf ein Fendrich gewesen, und sein Fähnlein, ob ihm gleich beide Arme ab- und zerhauen gewesen, im Maule davon bracht, um welches Ritterlichen Wohlverhaltens willen er nicht allein zum Ritter geschlagen, sondern ihm auch sein Wappen mit dem abgehawenen gekrönten schwartz und rothen Armen (welches ohne Zweiffel blut undt leiden oder schmertzen bedeutet) mit den darüber leuchtenden Stern verbessert, undt zu führen gegeben worden.«

Das adelige Geschlecht von Berbisdorf stammt aus Preußen, wie nachstehende alte Nachricht zu erkennen giebt: »Caspar von Berbisdorf ist wegen Kriegsgefahr außn Land in Preusen mit einem Graffen von Leisneck (Leisnig) in diese Länder kommen, so geschehn im Jahr unser Erlößung 1230 und ist bey mehr gedachten Graffen alß sein Hoffmeister blieben, auch allda Anno 1270 verstorben. Wer sein Weib gewesen, hat man nicht in Erfahrung bringen können, hat nach sich einen Sohn gelassen mit Namen Hanß. Dieser Hanß von Berbisdorff hat etliche Bergwerk zu Freybergk an sich bracht, undt daraus großen Reichthum erlanget, die Gütter Wegfahrt, Duttendorff undt den Halß bey Freybergk erkaufft, auch dem Graffen Leisneck (des vorigen Sohn) 4000 Rheinische Gülden uff die Herrschafft Lauterstein geliehen, so geschehen Ao. 1300.«

478. Die Herren von Hartitzsch.

(Kirchengalerie von Sachsen, 2. B. S. 240.)

Das Rittergut Dorfchemnitz bei Sayda soll durch Heirat an die von Hartitzsche Familie gekommen sein. Ein Vorfahr dieser Familie, erzählt man, sei Fischer an der Donau gewesen, habe einen deutschen Kaiser auf der Flucht mit der größten Lebensgefahr über die hochangeschwollene Donau gesetzt, da es kein andrer Fischer gewagt habe, und sei nachher von dem Kaiser dafür, daß er ihn gerettet, in den Adelstand erhoben worden. Darauf könnten wohl die zwei Fische in dem Hartitzschen Wappen hindeuten.

Die Familie hat sich sonst von Harticz, nach dem Rittergute bei Jonsdorf in Böhmen an der sächsischen Grenze geschrieben, ist sehr früh aus Böhmen nach Sachsen gekommen, wahrscheinlich wegen der reichen Silberbergwerke bei Freiberg, und hat wichtige Stellen im Rate zu Freiberg bekleidet.

479. Die Herren von Pardubitz.

(Gräße, Geschlechts-, Namen- und Wappensagen, 1876, S. 114.)