486. Die Ritter von Bärenstein.
(Kirchengalerie von Sachsen, 4. B. S. 138.)
In der Kirche des Städtchens Bärenstein befinden sich die Bildnisse Kaspar von Bärensteins auf Bärenstein und Bärenburg (1612), Walzig v. Bernsteins (1492) und Christoph von Bernsteins (1534 oder 1315?). Ein Albrecht von Bernstein, welcher ebenfalls auf dem Schlosse Bärenstein wohnte, wird bereits unter dem Jahre 1156 genannt, da er auf seine Unkosten einem Turniere zu Zürich, welches der Herzog von Baiern und König von Sardinien anstellten, beiwohnte. Früher schrieben sich die in Bärenstein sässig gewesenen alten Ritter von »Bernstein«, weil sie aus der Schweiz, bei Constanz her, abstammen sollen und dieser Name dort mehr (z. B. Bern) angetroffen wird. Späterhin schrieb man aber, wahrscheinlich wegen der früher in der Gegend hausenden vielen Bären und wegen einer gehabten sehr glücklichen Bärenjagd »Bärenstein«. Viele andere Orte in der Nähe haben davon ihre Namen, als: Bärenklau, Bärenhecke, Bärenburg, Bärenfels, Bärenklause u. s. w.
Auch führten die alten Ritter von Bernstein folgendes Wappen: Ein in silbernem Schilde zum Streit gerüsteter aufrecht stehender schwarzer Bär; auf dem Schilde ruhet ein mit einer goldenen Krone bedeckter offener Turnierhelm, aus welchem ein erhabener und zum Streit geschickter Bär hervorragt; die Helmdecken sind schwarz und silbern.
487. Das Geschlecht von Lüttichau.
(Gräße, Geschlechts-, Namen- und Wappensagen, S. 98. Nach Hesekiel, Wappensagen, S. 175.)
Das Wappen der Herren von Lüttichau sind zwei Sicheln und drei schwarze Federn. Die Sage erzählt hierüber folgendes: Es soll einst ein deutscher Kaiser in den Niederlanden gegen die Franzosen im Felde gestanden haben und in der Nähe von Lüttich mit dem feindlichen Heere zusammengestoßen sein. Anfangs war dieses im Vorteil, allein ein adliger Junker aus Meißen, der bei der böhmischen Reiterei des Kaisers diente und sich durch drei schwarze Federn auf seinem Helme auszeichnete, deshalb auch den Namen »der schwarze Hahn« erhalten hatte, hat sich mit seinen Leuten so wütend in die Reihen der Gegner gestürzt, daß er sie sprengte und die Kaiserlichen die Schlacht gewannen. Da hat ihm der Kaiser aus Dankbarkeit den Namen Lüttichau, weil er in Lüttichs Auen den Sieg gewonnen hatte, und als Wappen zwei Sicheln, weil er die Feinde wie Korn abgemäht, verliehen.
Die Herren von Lüttichau werden als mehr denn 200jährige Besitzer der bei Dippoldiswalde gelegenen Rittergüter Ober- und Nieder-Ulbersdorf, sowie im Besitze von Stadt und Dorf Bärenstein, Hammerbärenklau, Groß- und Kleinbörnchen und Walthersdorf angeführt.