483. Geschlecht von Arnim.
(Hesekiel, Wappensagen, S. 3. in poetischer Bearbeitung. Gräße, Geschlechts-, Namen- und Wappensagen, S. 5.)
Seit mehr denn tausend Jahren führen die auf Planitz mit Kainsdorf, Voigtsgrün u. s. w. angesessenen Arnims im roten Felde zwei silberne Balken als Wappenzeichen. Der Familiensage nach rühren dieselben davon her, daß einst in einer Schlacht gegen die Friesen der Feldherr einem Junker von Arnheim befohlen hatte, eine hölzerne Brücke, welche zwischen ihm und den ihn verfolgenden Friesen liegend, diesen die Möglichkeit ihn zu verfolgen, gewährte, abzubrechen. Der tapfere Mann vermochte jedoch nicht, alle Balken derselben ins Wasser zu werfen, sondern es blieben zwei übrig, über welche die nachsetzenden Friesen das Wasser zu überschreiten suchten. Allein Arnheim ließ sich nicht von seinem Platze vertreiben, sondern wußte sich so lange zu halten, bis Hülfe kam. Zur Belohnung erhielt er von dem Grafen von Holland, seinem Lehnsherrn, den Ritterschlag und das obengedachte Wappen. Später nannten sich die Arnheims Arnim.
484. Geschlecht von Auerswald.
(Kirchengalerie von Sachsen, 8. B., S. 123.)
Das Dorf Auerswald bei Chemnitz gehörte sonst den Herren von Auerswald, deren Geschlecht im 15. Jahrhundert in Meißen bekannt geworden ist. Der erste dieses Geschlechts, so aus Preußen gekommen und Oberster gewesen ist, hat ein gräfliches Fräulein von Dohna geheiratet und ist vom Kurfürsten mit dem genannten Dorfe, so er erbauet und nach seinem Namen genannt, belehnt worden. Bis zu Ende des 16. Jahrhunderts haben die Herren von Auerswald hier ihren Sitz gehabt und Nachkommen von ihnen leben noch im Königreiche Preußen. Von 1596 an aber sind die Herren von Schönberg hier Gerichtsherren gewesen.
485. Die Herren von Bünau.
(Gräße, Geschlechts-, Namen- und Wappensagen, S. 25.)
Die Herren von Bünau waren auch im Erzgebirge angesessen; ein Heinrich von Bünau verkaufte 1596 Bärenwalde mit Lichtenau an den Zwickauer Rat. (Kirchengalerie, 8. B. S. 24.)
Die Abkunft dieses uralten meißnischen Geschlechts leiten einige aus Polen her und sagen, das Geschlecht der von Bunawezky an der litthauischen Grenze sei mit den Bünaus einerlei Stammes. Andere sagen, sie seien aus der Schweiz nach Sachsen gekommen; allein die Hauptmeinung ist, daß sie von den Pedemontanen oder piemontesischen Fürsten abstammen, welche im Jahre 1232 von dem savoyischen Grafen Thomas ihrer Erblande beraubt worden wären. Sie hätten nun zuerst in Sicilien Kaiser Friedrich II. um Beistand gebeten, allein dieser habe mit seinen eigenen Kriegen genug zu thun gehabt; dann hätten sie sich an andere deutsche Fürsten um Hülfe gewandt, als diese ihnen aber auch nicht beizuspringen gewagt, wären sie in Deutschland geblieben und hätten sich in Böhmen und Meißen ansässig gemacht. Ihr Wappen, ein Löwenkopf, im Rachen eine Lilie haltend, sei auch das Wappen jener pedemontanischen Fürstenfamilie. Weil nun aber im Turnierbuche Feierabends einer Demuth von Bünau, der hinterlassenen Witwe Günthers von Saalhausen gedacht wird, die auf dem 996 vom Markgraf Ludolph von Sachsen und Herrn von Braunschweig gehaltenen Turniere zu Braunschweig den vierten Dank dem Turniervogt Kilian von Wolfskäl, einem Franken gab, so mußten die Herren von Bünau eher aus Italien als erst im Jahre 1232 nach Deutschland gekommen sein, wenn sie italienischer Abkunft wären. Einer aus diesem Geschlechte derer von Bünau soll nun aber Kurfürst von Trier gewesen sein, und als Kaiser Maximilian II. (nach anderen sei das viel früher geschehen und zwar unter Kaiser Konrad III. und jener Heinrich von Bünau sei nicht Kurfürst von Trier, sondern von Mainz gewesen) zu Frankfurt gekrönt ward, an S. Majestät folgende drei Bitten gerichtet haben: Erstlich, weil er einer aus dem Geschlechte der von Bünau sei, welches zwei Helme führe, daß er sein (rotes) Kurhütlein auf den einen Helm setzen dürfe. Zweitens, daß die von Bünau unterschiedliche gewisse Namen, als Heinrich, Rudolph und Günther haben könnten, und drittens, daß er seinen ganzen Schatz, welchen er in seinem Stifte erübrigt, dem Geschlechte derer von Bünau zum ewigen Gedächtnisse vermachen dürfe, welche drei Bitten S. K. Majestät gedachtem Herrn Kurfürsten auch bewilligt habe. Weil nun seine Verlassenschaft sich auf etliche Tonnen Goldes belaufen, habe er in seinem Testamente verordnet, daß seine Barschaft zum ewigen Gedächtnis an acht Stammhäuser verwendet werde, nämlich an je zwei in Böhmen, Meißen, Thüringen und Vogtland, von deren Einkommen das ganze Geschlecht zu genießen habe. Peccenstein aber meldet in seinem Theatr. Saxon. I. No. 50 von den drei Taufnamen Heinrich, Günther und Rudolph, daß solches aus einem besonderen Zufall und Betrug eines, so sich ihres Stammes gerühmt und damit ein Falsum gebraucht, auch allerhand Unglück gestiftet, nach deren Vorfahren Rat und Vergleich geschehen sein sollte, oder daß vor ohngefähr 200 Jahren (er schrieb um das Jahr 1608) das Geschlecht bis auf drei Personen ausgestorben sein sollte, da dann diese damals unter sich einig geworden wären, diese drei Namen fort und fort zu gebrauchen. (Nach anderen wäre dies viel später geschehen, erst nach der Schlacht am weißen Berge, wo gegen 200 Glieder dieser Familie gefallen waren.)