(Moller, Theatrum Freibergense Chronicum. II. 1653, S. 3.)
Im Jahre 1169 hat der Bergmeister mit den Bergleuten auf dem Zellerfeld in Sachsen, verschiedener Unbilligkeiten wegen, die ihnen widerfahren, einen Aufstand gemacht und hat sich dann mit den Bergleuten nach Meißen zum neuen Bergwerk, welches bereits in hohen Ruf gekommen war, begeben. Zwei Jahre darauf aber haben die eingewanderten Sachsen das Dorf Christiansdorf am jetzigen Münzbach im Baue gebessert und also zugerichtet, daß es einer neuen Stadt glich, wie auch hernach dieser Ort die Sachsenstadt genannt wurde. Etliche rechnen deshalb den Anfang der Stadt Freiberg vom Jahre 1171 an.
Die Entdeckung der reichen Freiberger Silbergänge erfolgte wahrscheinlich zwischen 1162 und 1170. Nach Aufzeichnungen des Klosters Zelle vom Ende des 13. Jahrh. wurde die Stadt Freiberg im Jahre 1181 gegründet; wahrscheinlich aber fällt die Gründung zwischen die Jahre 1185 und 1190. Urkundlich wird der Freiberger Bergbau zuerst 1185 erwähnt. (Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des K. Sachsen, III. S. 8.)
496. Die Stellen, wo in Freiberg das erste Bergwerk fündig wurde.
(Benseler, Berggeschichten vom Aufkommen des sächs. Silberbergbaues. Freiberg, o. J. S. 12.)
Wo das Rathaus in Freiberg steht, soll der erste Silberfund geschehen sein, und in einem Kreuze, welches in einer Ecke desselben eingemauert ist, soll man noch heute die erste Art Freiberger Erze sehen. Gegenüber an der Ecke der Petersstraße, da, wo das Bild des Bergmannes an dem Hause steht, soll sich die erste Zeche befunden haben. Die bedeutenderen älteren Gruben waren im alten Loßnitz- oder Münzbachthale. In Christiansdorf, welches seinen Anfang in der Nähe vom Vorwerk Langerinne nahm und sich bis an die Loßnitz erstreckte, war eine sehr alte Grube der Stubenberg, von dem erzählt wird, daß eine Köchin aus dem Kloster Zelle das erste Grubengebäude hier gebaut habe und sehr reich davon geworden sei.
497. Ursprung der Bergwerke bei Nossen.
(Ursprung der Bergwerke in Sachsen. Chemnitz, 1764. S. 110.)
Es wird erzählt, daß die Bergwerke an der Mulde gegen Nossen lange vor den Freiberger Silbergruben gangbar gewesen seien. Das Gersdorfische Bergwerk soll unter diesen das älteste und bei folgender Gelegenheit aufgekommen sein. Im Jahre 733, am Tage Simonis und Judä, hätte ein Mönch, der Kappenmönch genannt, einen auf der alten, jetzt gänzlich verfallenen Wunderburg bei Roßwein gesessenen Räuber, mit Namen Martin Griechen, besuchet. Darauf habe ihn letzterer nebst seiner Buhlerin, welche Gertraut geheißen, beim Abschiede ein Stück Weges begleitet, bei welcher Gelegenheit sie unterwegs reiche Erze entdeckt hätten. Der Mönch habe infolgedessen seine Kutte für immer abgelegt und der Räuber von seinem Räuberhandwerk gelassen. Dafür hätten sie ein Bergwerk angelegt und reichhaltige Erze gefunden und nun an dem Orte einen Flecken gegründet, den sie nach des ehemaligen Räubers Buhlerin Gertraut Gersdorf benannt hätten. Das Bergwerk wäre hierauf bis zum Jahre 887 angebauet worden, von dieser Zeit an aber zwei Jahre lang, einer sich entsponnenen Räuberei halber, liegen geblieben, mit welchem Schicksale auch ein anderes Bergwerk, der Goppisch genannt, dessen Lage man nicht mehr wüßte, heimgesucht worden. Nach einer anderweiten Niederlage von drei Jahren, wovon die eigentliche Zeit nicht angegeben werden könnte, hätte man endlich angefangen, zu Erzdorf ein ganz neues Bergwerk vorzurichten, wozu bei Ermangelung der Bergarbeiter ein jeder Bauer zwei Leute schicken müssen, und wäre das Bergamt damals auf dem jetzigen Schafhofe gewesen.