(Meltzer, Hist. Schneeberg. 1716, S. 32.)

Als noch der Schneeberg mit Wald bedeckt war, befand sich daselbst eine Försterei. Hier wurde den Umwohnenden, besonders in den Mühlen gegen Griesbach, sowie den Hammerleuten in Schlema Holz angewiesen. Dabei soll ein Pferd, welches man an einen Baum gebunden hatte, gescharrt und in der Dammerde eine »Gilbe« entblößt haben. Das war der Anfang zum Fündigwerden des St. Georg, an dessen Zechenhause sich vor Zeiten zur Erinnerung ein aufgenietetes Hufeisen befand.

Auch auf dem Rammelsberge im Harz soll nach der Sage ein Bleierzgang durch das scharrende Pferd eines adeligen Herrn, mit Namen Ramm, nach welchem später der Rammelsberg benannt wurde, aufgefunden worden sein. Ist vielleicht die Schneeberger Sage derjenigen vom Rammelsberge nachgebildet worden? Hingewiesen mag darauf werden, daß Wuotan der Herr der Schätze ist und daß sein Roß dieselben hervorstampft, indem es Erzadern ausscharrt.

503. Die Entdeckung des Freudensteiner Ganges in Schneeberg.

(Meltzer, Bergkläufftige Beschreibung der löbl. Bergk-Stadt Schneebergk. 1684, S. 42. Wrubel, Sammlung bergmännischer Sagen. 1883. S. 22.)

Der Freudensteiner Gang wurde 1526 von einer Magd entdeckt, als sie auf dem hinteren Gleeßberge in einem Waldraum auf Neustädter Feldern Gras holte und dabei einen Silberzahn mit der Sichel abhieb und nach Hause brachte. Glaublicher wird gesagt, daß das gediegene Silber daselbst von einer Kuh ausgetreten und vom Hirten gefunden und nachgehends mit großem Nutzen gehauen worden ist, deswegen hier die Bergleute ein Rätsel gemacht und einander zu raten aufgegeben haben: Wo das Erz über den Haspel gewachsen? welches sodann mit dieser Zeche aufgelöst worden.

504. Die Entdeckung der Silbergänge zu Joachimsthal.

(Wrubel a. a. O., S. 23.)

In der Gegend von Joachimsthal trafen Bergleute vom Geyer den ersten Gang an der Wurzel eines Baumes, den der Wind an einem Bache umgeworfen hatte.

505. Ein Zain Goldes wird mit dem Getreide abgeschnitten.