(Nach der metr. Bearbeitung eines Lichtenbergers.)
Bei dem Dorfe Lichtenberg erhebt sich der bewaldete und die ganze Umgegend beherrschende Burgberg. Man erzählt, daß einst auf ihm ein Schloß stand, welches als gefürchtetes Raubnest weit und breit bekannt war. Wenn der Herr dieser Burg mit seinen Knappen durch das Land zog, so bezeichneten Mord und Brand die Stätten, welche er heimsuchte. Kehrte er dann von seinem blutigen Zuge wieder nach dem Schlosse auf dem Burgberge zurück, so kreisten in wilder Lust daselbst die Becher und die geängstigten Bewohner des Thales sahen dann in der Nacht die Fenster des Schlosses hell erleuchtet. Da sprachen sie zu einander: »Es wird wieder Licht auf unserm Berge!« Dabei verwünschten sie die Bösewichter und baten Gott, daß er sie doch von dieser Plage befreien wolle. Und die Zeit kam endlich auch, daß die Burg zerfiel, und nur einen alten Steinwall bezeichnet man als deren Reste. An dem Fuße des Berges konnte man wieder ruhig wohnen, es bauten sich daselbst mehr und mehr an, und die zerstreuten Ansiedelungen wurden später zu einem Dorfe vereinigt, dem man zur Erinnerung an das Licht, welches einst nach jedem Raubzuge der Ritter auf der Spitze des Burgberges zu sehen gewesen war, den Namen »Lichtenberg« gab.
567. Der Ursprung des Namens Dörnthal.
(Mündlich. Wilisch, Kirchenhist. v. Freiberg etc. II., S. 293. Kirchengalerie, 12. B., S. 115.)
Das Dorf Dörnthal bei Sayda hieß früher Dorothenthal nach einer des heiligen Dorothea gewidmeten Kapelle, welche im 30jährigen Kriege zerstört worden sein soll. Diese Kapelle soll zum Kloster Ossegg gehört haben und sind zu derselben viel Wallfahrten geschehen. Man sagt, daß von ihr noch eine zerschossene Wetterfahne vorhanden sei, welche sich jetzt auf dem dermalen dem Kramer Keilig in Dörnthal gehörigen Hause befindet. Auch zeigt man noch die eingefriedigte Stelle, wo jene Kapelle gestanden haben soll. Von zwei Glocken, die auf der Kapelle gehangen haben, soll die eine nach Annaberg und die andere nach Großhartmannsdorf gekommen sein.
568. Deutung des Namens Weiters-Wiese.
(Mitgeteilt vom Lehrer Thuß in Tellerhäuser.)
Das nur aus wenigen Waldhäusern bestehende Örtchen Weiters-Wiese bei Karlsfeld soll ehemals »Weidewiese« geheißen haben. Es war an dieser Stelle mitten im Walde eine nach Auerbach gehörige Wiese vorhanden, auf welche während des Sommers von den Fleischern genannter Stadt das Vieh zur Weide getrieben wurde.