In einem kleinen Thale, welches Neudorf oberhalb der Kirche von West nach Ost durchschneidet, hat man beim Wegräumen von Teichdämmen auf dem Grunde derselben berußte Steine gefunden, die ihre Schwärze sehr wahrscheinlich einst an einem Feuerherde erhalten hatten.
627. Breitenau wird entvölkert und Wüstung.
(Brandner, Lauenstein, 1845, S. 339.)
Neben den Dörfern Erdmannsdorf, Lichtenberg, Beilstein u. s. w., welche jetzt nur noch als wüste Marken existieren, wurde auch im östlichen Gebirge der Ort Breitenau hart von den hussitischen Horden heimgesucht. Denn um 1440 sollen daselbst nur noch »etzliche Hütten, zur Nothdurfft erbauet«, vorhanden gewesen sein, und 46 Jahre später wurde das Dorf als wüster Ort von Herzog Albrecht an Hans und Georg von Mügeln verliehen. Außerdem soll auch nach einer alten Sage die Pest den Ort so von Menschen entblößt haben, daß von der ganzen Bevölkerung nur zwei alte Jungfern am Leben blieben, welche sich im Heu verborgen hatten.
628. Das Gemäuer und der böse Brunnen zwischen Marienthal und Königswalde.
(Tobias Schmidt, Chronica Cygnea. II, 1656, S. 157. G. Göpfert, Ältere und neuere Geschichte des Pleißengrundes, 1794, S. 308.)
Etwa eine halbe Meile von Zwickau, zwischen Marienthal und Königswalde, findet man im sogenannten »tiefen Thal« altes Mauerwerk, welches über einen Haufen gefallen und wie ein ziemliches Berglein, weil es beraset und mit Holz bewachsen, anzusehen ist. Von diesem Gemäuer wird erzählt, daß es ein Raubschloß gewesen sei. Dabei ist auch ein sehr tiefer und ausgemauerter Brunnen, welchen die Bauern den bösen Brunnen nennen, weil sich bisweilen Gespenster daselbst haben sehen lassen. Es sollen hier nämlich die Geister zweier Mädchen, welche ihren Bruder umgebracht haben, umgehen. Eine Viertelstunde von Königswalde soll auch ein Dorf, Rappendorf genannt, gelegen haben. (S. No. 642.)
629. Das ehemalige Schloß Bödigen bei Dippoldiswalde.
(Rüger, Beiträge zur älteren Geschichte der Stadt Dippoldiswalde, 1863, S. 3. Der Schluß mündlich.)