Das zweite Schlackenwerther Wahrzeichen, der »große Mann«, wurde vor einigen dreißig Jahren in Stücke zerschlagen, ohne daß sich eine Zeichnung davon erhalten hätte. Es war dies eine der römischen Mythologie entnommene Gottheitsstatue, welche in dem einst in ganz Mitteleuropa seiner Schönheit und prächtigen Einrichtung halber berühmten Schlackenwerther Schloßparke aufgestellt war.
624. Die frühere Größe des Städtchens Platz.
(W. Kunz in der Erzgebirgszeitung, 4. Jahrg. S. 19.)
Das Bergstädtchen Platz verdankt seine Entstehung jedenfalls dem ehemaligen Bergbau in dortiger Gegend. Noch wird erzählt, daß beim sogenannten »Röhrl« in der Nähe des Forsthauses, wo die Einwohner in trockenen Jahren ihr Wasser holen, ein Silberstollen gewesen sei. Die Sage berichtet weiter, daß Platz einst gegen 300 Häuser (jetzt nur 64!) gezählt habe, in einer Kriegszeit aber zerstört worden sei, worauf sich der besitzende Bürgerstand inmitten seiner von Platz nach Norden und Osten auslaufenden Felder und Wälder angebaut habe, und auf diese Weise sollen die beiden Ortschaften Hohentann, d. i. bei der hohen Tanne, und Plaßdorf, früher Platzdorf, entstanden sein.
625. Die frühere Größe und Bedeutung der Stadt Meerane.
(Kirchengalerie von Sachsen, 12. B., S. 44.)
Nach der Volkssage, welche die Stadt Meerane sich bis Götzenthal erstrecken läßt und nach der Erzählung eines böhmischen Historikers des 12. Jahrhunderts und nach ihm des pirnaischen Mönchs im 16. Jahrhunderte, soll Meerane im Mittelalter ein sehr bedeutender Ort und sogar die nachmalige Residenz des böhmischen Königs Wladislav und seiner Gemahlin Jutta oder Judith, welche, nebst ihrer Schwiegertochter Elisabeth, vor ihrem tyrannischen Sohn Sobieslaw im Jahre 1174 flohen, gewesen sein. Merkwürdig ist, daß sechs Häuser in der Stadt heute noch die Burghäuser heißen und die Befreiung von der Abgabe des sogenannten Dienerkornes genießen.
626. Die wüste Mark Kraxdorf.
(Chronica der freyen Bergstadt St. Annaberg, II., 1748, S. 21. F. A. Türke im »Glückauf«, 2. Jahrg. No. 3.)
Vor der Gründung von Neudorf an der Sehma, das mitten im Walde aus Holzarbeiter-, Köhler- und Flößerhütten entstand, soll in seiner Nähe nach Crottendorf zu ein Dorf mit Namen Kraxdorf oder Krafftsdorf gestanden haben, wovon früher und zwar auf dem westlich im Walde gelegenen Morgenberge noch Mauerreste, alte Schlösser und Schlüssel gefunden wurden.