Noch ehe die reichen Silberschätze des Schneeberges entdeckt wurden und als die ganze Gegend daselbst ein dichter Wald war, führte eine Straße von Lößnitz am Gleeßberge vorüber nach Eibenstock und ins Vogtland. Dieselbe war aber der vielen Räubereien wegen unsicher. Eine Überlieferung meldet, daß einiges Gemäuer, welches man früher am südöstlichen Rande des Schneeberges dicht über dem sogenannten Grunde sah, der Überrest eines Raubschlosses gewesen sei, und ebenso soll ehemals am Abhange des Gleeßberges, da wo sich jetzt das Brünnlasgut befindet, eine Warte gestanden haben.

635. Die Wüstungen Erbendorf und Großmitweida.

(Christ. Lehmann, Histor. Schauplatz, S. 154.)

Gegenüber dem hohen Wege, welcher von den Erbgütern in Pöhla bis an die Gottesgaber Straße läuft, liegt ein Berg, der Brand geheißen, weil einst daselbst vom Hinterholze alles weggebrannt worden ist. Daselbst sollen, wie alte Leute berichten, zwei Dörfer, Erbendorf und Großmitweida, gestanden haben. Man sah daselbst noch Brandstätten und Ackerbeete.

636. Die wüste Mark Eibendorf.

(Nach einer Mitteilung des Cantors F. A. Türke.)

Westlich vom Morgenberge bei Neudorf an der Sehma kennen die meisten Waldarbeiter noch einen Ort im Walde, wo früher ein Dorf mit Namen Eibendorf gestanden hat, das im dreißigjährigen Kriege zerstört worden sein soll.

637. Die wüste Mark Nennigkau.

(Dr. Herzog, Archiv für sächsische Geschichte, 2. B., S. 95.)

Eine Ortschaft soll einst in der Nennigkau gelegen haben. Dieselbe wird von dem Nennig- oder Kretschmarbache durchflossen, welcher im Thesenwalde entspringt und bei der Nennigmühle in die Flöha mündet.