638. Wüstungen bei Bärenstein.

(Dr. Herzog, Archiv für sächsische Geschichte, 2. B., S. 71 u. 76.)

Zwischen dem Städtchen Bärenstein und den Dörfern Falkenhain und Johnsbach lag einst das Dorf Greifenbach, und ebenso liegt zwischen Bärenstein und Börnichen die Wüstung des Dörfchens Elend, welches im 30jährigen Kriege zerstört wurde.

639. Wüstungen bei Freiberg und Öderan.

(Dr. Herzog a. a. O., S. 60, 86 u. 97.)

Ein nach Frankenstein gepfarrtes Dorf Ailitz soll vor dem dreißigjährigen Kriege zwischen Frankenstein, Memmendorf und Hartha gestanden haben. Ebenso bezeichnet man unterhalb Wingendorf eine Stelle am Kemnitzbache als diejenige, wo vor dem dreißigjährigen Kriege das Dorf Kuhren stand.

Ein vormals zwischen Freiberg und Langenrinne am Münzbache gelegenes ansehnliches, im Hussitenkriege oder noch früher untergegangenes Dorf war Oberlusitz oder Oberloßnitz. An seiner Stelle stehen jetzt das Hilger'sche und Maukisch'sche Vorwerk nebst einigen Bergwerksgebäuden, und ohne Zweifel gehörte auch das nicht mehr vorhandene Rittergut Thurmhof dazu, an dessen Stelle jetzt das Weigelsche Vorwerk stehen soll. Dieses Gut Thurmhof schreibt man dem Freiberger Bürger Habersberger zu, der 1298 Friedrich den Gebissenen, welcher hülflos im Lande umherirrte, mit Silber unterstützte, worauf dieser ein neues Heer gewann und dem Kaiser Adolf wieder die Spitze bot. (Siehe Schumann und Schiffner, Lexicon von Sachsen, 11. B., S. 761.)

640. Wüstungen in der Herrschaft Glauchau.

(Dr. Herzog a. a. O., S. 83 und 94. Gumprecht, Lindenblätter von Oberlungwitz, 1863, S. 49. Beschreibung über die Kirche zu Oberlungwitz, St. Martin genannt, was man merkwürdiges von alters her gefunden und von dem dasigen Schulmeister aufgezeichnet worden. 1766. Manuskript.)

I. Im sogenannten Hüttengrunde bei Hohenstein soll oberhalb der Hüttenmühle am Fuße des Queckenberges ein im Hussitenkriege verschwundenes Dorf Kirchberg gestanden haben, von dessen Kirche noch um die Mitte des 18. Jahrhunderts Spuren sichtbar gewesen sein sollen. Ebenso sah man zu dieser Zeit einen mit Steinen ausgemauerten und überdeckten Brunnen, welcher als Rest des Dorfes bezeichnet wurde. Durch dasselbe mag der älteste Weg von Abtei-Lungwitz nach Waldenburg geführt haben, denn er diente später den Bewohnern des an der Stelle des untergegangenen Dorfes Kirchberg nach und nach wieder entstandenen Anbaues, »der Hüttengrund« genannt, zu ihrem ersten Kirchen- und Leichenwege nach Abtei-Lungwitz.