II. Die am rechten Muldenufer zwischen Glauchau und Wernsdorf liegenden »Naundorf-Wiesen« erinnern an das früher dort gelegene Dorf Naundorf, welches entweder schon in der Schönburgischen Familienfehde von 1348 oder im Hussitenkriege verwüstet wurde. Der untere Teil des Ortes blieb wüste, während der obere Teil unter dem Namen »Hölzel« später wieder aufgebaut wurde.
III. Ein Gebsdorf, Jäcksdorf oder Gäcksdorf, welches in Ober- und Niedergäcksdorf eingeteilt wurde, lag am südlichen Fuße der Langenberger Höhe, in der Nähe des Kapellenberges, und zwar östlich, in der Richtung nach Pleisa hin. Von ihm ist kein Überbleibsel auf uns gekommen, doch will man noch zu Anfang des vorigen Jahrhunderts Mauerreste von seiner Kirche gesehen haben. Von verschiedenen Bauern des Orts Oberlungwitz, welche Holzboden in der Gegend, wo einst Gäcksdorf stand, erkauft hatten, mußte der Decem jährlich an den Pfarrer zu Pleisa entrichtet werden. Es soll gedachter Pfarrer vordem auch eine Predigt bei der Wüstenbrander Rainsäule jährlich bei Einnahme als Decem gehalten haben.
641. Die Wüstung Sahnau.
(Dr. Herzog a. a. O., S. 109.)
In dem zwischen Crimmitschau, Leitelshain, Heiersdorf, Thonhausen und Rudelswalde gelegenen Sahnwalde erhob sich vor dem Hussitenkriege am Sahnbache die Sahnburg oder Samburg, von welcher noch zu Anfang dieses Jahrhunderts einiges Gemäuer sichtbar war.
642 Die Wüstung Rappendorf.
(Dr. Herzog a. a. O., S. 105. Sachsens Kirchengalerie, 8. B., S. 7.)
In dem 1¼ Stunden nordwestlich von Zwickau, zwischen Marienthal, Weißenborn und Königswalde gelegenen bewaldeten Wiesenthal findet sich die wüste Holzmark Rappendorf, vor dem Hussitenkriege ein Dorf, welches wahrscheinlich den früher in Marienthal begüterten Herren von Rapp oder Rappen seinen Namen dankte. Noch bemerkt man hier Spuren einer alten Burg oder Warte, die jedoch im 14. Jahrhundert zerstört worden sein soll. Ebenso zeigt man an der Stelle den »bösen Brunnen«, welcher mit einem hohen Erddamm umgeben ist. Mehrere Feld- und Waldbesitzer in der Nähe haben teils bei Feldbestellung, teils beim Holzfällen und Stockroden, Bruchsteine, Grundmauern, gezimmertes Holz, eiserne Haspen und Bänder und dergleichen gefunden.
643. Die Wüstung Boberau.
(Herzog a. a. O., S. 64.)