(Fr. Bernau in der Comotovia, 4. Jahrg., 1878, S. 18.)
Am Fuße des nördlichen Abhanges des Krudumberges bei Elbogen zeigt man eine Ruine, der »Niklas« genannt, von welcher erzählt wird, daß hier einst eine Kirche, nach anderen aber ein vom »Krudumgrafen« erbautes Kloster gestanden habe. In den unterirdischen Räumen des Niklas sollen fabelhafte Schätze aufgehäuft liegen, und das ist auch der Grund, weshalb das Innere dieser Ruine und deren nächste Umgebung von Schatzgräbern ganz durchwühlt ist.
651. Die frühere Lage der Stadt Frauenstein.
(Moller, Theatrum Freib. Chron. II, S. 67. Bahn, Das Amt, Schloß und Städtchen Frauenstein etc., 1748, S. 3.)
Es hat das Städtchen Frauenstein anfänglich nicht an seinem jetzigen Orte auf der Höhe, sondern über dem Grunde nach dem Dorfe Reichenau zu gelegen, da, wo noch der Gottesacker mit der Begräbniskirche stehet. Als aber Gott die Gegend mit reichen fündigen Bergzechen segnete, ist die Stadt erweitert und nach der Höhe zu zugleich mit der Kirche auf dem Markte 1483 erbauet worden. Die damaligen Bewohner Frauensteins wurden zu dieser Veränderung durch die Wassergüsse gebracht, welche bei gefallenem Platzregen sehr stark waren und ihre Wohnungen schädigten. Man sah auf dem alten Stadtplatze im vorigen Jahrhundert noch die Gassen und Überreste von den alten Baustellen. Von dieser Verlegung der Stadt kam es auch, daß, was sonntäglich im Cymbelseckel gesammelt ward, nicht die Stadtkirche, sondern die Begräbniskirche, als die Mutterkirche, erhielt.
652. Die ehemalige Lage von Preßnitz.
(Geschichte der Stadt Weipert von C. Schmidl und J. Pohl, 1874, S. 20.)
Der Tradition nach soll die ehemalige Bergstadt Preßnitz bereits am dritten Orte stehen. Wegen Vermehrung der Bergleute näherte man sich allmählich mehr dem Bache, und zwar in die Gegend der alten Rohrschmiede und des sogenannten Zigeunermarterle bei der mittleren Mühle. Die ehemalige sogenannte »Pfütze«, jetzt das Forstamt, war das erste Wirtshaus, wo auch alle Beratungen und Wahlen stattfanden, weshalb auch in alten Zeiten dieses Wirtshaus »Wahl« genannt wurde und noch heute die angrenzenden Felder die Wahlfluren heißen.
Die Anfänge von Preßnitz reichen bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück, der Name der Ansiedlung tritt aber erst mit dem Jahre 1352 in den eigentlichen Bereich der Geschichte. Jedenfalls entwickelte sich infolge der Entdeckung von Silbererzen der junge Ort, welcher 1546 vom Kaiser Ferdinand I. zu einer freien Bergstadt erhoben wurde.