(Heger und Lienert, Ortskunde von Schmiedeberg, S. 63.)
Am südwestlichen Ende von Schmiedeberg, unweit des jetzigen Wirtshauses »Zum letzten Pfennig«, stand in alter Zeit eine Schenke, in welcher es oft sehr lustig herging. So auch einst an einem Sonntage, als ein schweres Gewitter heraufzog. Der immer näher erschallende Donner, wie der ganz verdunkelte Himmel mahnten zur Einstellung der Lustbarkeiten. Man achtete jedoch nicht auf diese drohenden Zeichen; die Ausbrüche wilder Lust verdoppelten sich vielmehr, die Musik begann ein munteres Tanzstück zu spielen und unter Lärmen und Johlen drehten sich die Paare im Kreise. Diesem frevelhaften Treiben konnte die Strafe des Himmels nicht ausbleiben. Das Unwetter hatte seine ganze Macht entfesselt, Blitze über Blitze durchzuckten grell das Halbdunkel und das betäubende Krachen des Donners vermischte sich mit dem Brausen des wütenden Sturmes. Den tollen Wirtshausjubel unterbrach plötzlich ein fürchterlicher Schlag, alle Gegenstände ringsum wurden eine Sekunde lang sonnenhell beleuchtet und dann von dichter Finsternis umfaßt. Ein mächtiger Blitzstrahl hatte die Schenke getroffen und die Erde zu einem gräßlich gähnenden Spalt geöffnet, in welchem das Gebäude samt allen darin Anwesenden spurlos versank. – An der Stelle, wo die Schenke stand, wurde später als Wahrzeichen ein rot angestrichenes Kreuz errichtet. Dieses ist zwar auch schon längst verschwunden, der Name »Beim roten Kreuz« jedoch bis heute geblieben.
671. Das Kreuz in Böhmisch-Moldau.
(Mündlich.)
Im Dorfe Moldau erblickt man auf einer steil ansteigenden Höhe am rechten Ufer des Muldenbaches ein hohes Kreuz. Daselbst soll ein Mann mit schwerbeladenem Wagen herabgestürzt sein, ohne daß weder er noch seine Pferde Schaden genommen haben.
672. Der Stein mit dem Kreuze in Bärenwalde.
(Mitgeteilt vom Sem. Müller aus Bärenwalde.)
In Bärenwalde liegt am Berge, wo die Straße vorüberführt, ein großer Stein, in welchem man ein kleines eingemeißeltes Kreuz sieht. Die Sage erzählt davon, es seien an der Stelle einst bei einem heftigen Gewitter zwei Bettelknaben vorübergegangen. Als es heftig donnerte, spotteten sie in gottloser Weise und der eine sprach: »Dort oben fährt der liebe Gott mit dem Schubkarren herum!« Kaum aber hatte er diese Worte gesagt, so erschlug ihn ein niederfahrender Blitz. Der Knabe wurde darauf an dem Orte begraben, und zur Erinnerung an diese Begebenheit meißelte man ein Kreuz in den großen Stein, der bereits an dem Platze gelegen hatte, wo dies geschehen war.
673. Das Arnodenkmal bei Klaffenbach.
(Chemnitzer Landbote, 1881, No. 34, Beilage. Flathe, Die Vorzeit des sächs. Volkes in Schilderungen aus den Quellenschriftstellern, 1860, S. 3.)