(Alfr. Moschkau, Geschichte des Benediktinerklosters St. Walpurgis im Zellwalde. 1874. S. 8. Saxonia I. S. 172.)

Das im Jahre 1540 als Wallfahrtskirche eingegangene Mönchsklösterlein »alte Zelle« im Zellwalde soll nach der Sage ein Nonnenkloster gewesen und erst im dreißigjährigen Kriege eingegangen sein. Als Banner Freiberg vergeblich belagert hatte und seinen Zug gegen den Zellwald nahm, soll ihm die Aebtissin einen Boten entgegengesandt und für die Schonung des Klosters versprochen haben, ihm den Weg von Freiberg bis hierher mit Silbergulden zu belegen. Banner aber habe geantwortet, er wolle sich das Geld schon selber holen. Endlich sei er gekommen, habe das Kloster ausgeplündert und die Gebäude dann niedergebrannt.

Eine Sage erzählt noch, daß dieses Nonnenkloster mit dem Mönchskloster Altzelle bei Nossen durch einen unterirdischen Gang verbunden gewesen sei. (Merkel und Engelhard, Erdbeschreibung von Kursachsen, 2. B. S. 117.)

751. Herzog Albrecht hält auf einer Silberstufe Tafel.

(Meltzer, Historia Schneebergensis. S. 672.)

In ganz Deutschland ist in keiner Zeche jemals mehr gediegen Silber gehauen worden, als in St. Georgen zu Schneeberg. Von dem Herzog Albrecht, dem teuren und hochberühmten Helden, wird gemeldet, daß er auf diesem St. Georg (1477) angefahren und darin auf einer verschrämten großen, gediegenen Silberstufe, woraus später 400 Centner Silber gewonnen wurden, wie auf einem Tische mit etlichen seiner Räte Tafel gehalten, auch unter andern diese nachdenklichen Worte gesagt habe: »Unser Kaiser Friedrich ist zwar gewaltig und reich, ich weiß aber doch, daß er jetzo keinen solchen stattlichen Tisch hat.«

In der Bergamtsstube auf dem Rathause zu Schneeberg wurde lange nachher noch der Sattel aufbewahrt, auf welchem Herzog Albrecht in den St. Georg und später auch Kurfürst Johann Friedrich auf dem Fürsten-Vertrag eingefahren war.

752. Der Kretscham und Fürstenbrunnen bei Neudorf an der Sehma.

(Herm. Grimm, Das sächs. Erzgebirge. Dresden, 1847. S. 205.)

Neudorfs oberes Ende stößt an den Kretscham, welchen Namen der tiefere Teil des angrenzenden Ortes Rothensehma führt. Im engsten Sinne ist der Kretscham ein Gasthof mit Freigut, einer Mühle und vielen Vorrechten, auch zum Teil sehr altertümlicher Bauart. Nach einer Volkssage soll hier (und nicht am Fürstenberge bei Grünhain) des Prinzen Albert Errettung aus den Händen Kunzens von Kauffungen 1455 geschehen sein. Noch zeigt man im Westen, diesseits eines alten Marmorbruchs, den Fürstenbrunnen, und im Süden die Stätte des Kohlkrams, wo der mutige Köhler Schmidt, der Triller genannt, sich aufhielt, welcher später die Erlaubnis erhielt, hier an der böhmischen Straße den Kretscham (Gasthof) anzulegen.