Der Geiz besitzt nicht, was er hat,
Und läßt die Armut lachen,
Die Liebe weiß die Lagerstatt
Auf Rasen weich zu machen;
Mein Herz sucht manches zu verstehn,
Da will ich erst zur Schule gehn
Und unter deinen Lehren
Viel fremde Wunder hören.

Da soll mir dein beredter Geist
Mit untermengten Küssen
Mit Sachen, die er meint und weiß,
So Tisch als Traum versüßen;
Da werd' ich viel, was längst geschehn,
Mit lüstern Ohren wieder sehn
Und auch wohl an den Sternen
Des Schöpfers Allmacht lernen.

Geht hin, ihr Docken stolzer Welt,
Macht höhnische Gesichter,
Erfreut euch unter Stand und Geld!
Ich habe meinen Dichter.
Er liebt wie ich, und ich wie er,
Was macht mir mehr das Herze schwer?
Die Möglichkeit, das Leben
Nach ihm erst aufzugeben.

[Die unwiederbringliche Zeit]

Ich weiß noch wohl die liebe Zeit,
In der ich mich genug erfreut.
Was waren das vor süße Tage?
Die Schläfe trugen Blum' und Glut
Und kannten weder Wunsch noch Plage,
Noch was den Greisen bange tut.

Mein Sorgen ging auf Lust und Scherz.
Mein Herz war Amaranthens Herz,
Wir zählten weder Kuß noch Stunden,
Tanz, Schauplatz, Gärten, Spiel und Wein
Und aller Vorteil der Gesunden
Nahm Blut und Geist mit Wollust ein.

Wie? Was erzähl' ich einen Traum?
Zum wenigsten gedenkt mich's kaum.
Mein Gott, wie ist die Zeit entronnen?
Was hast du, Herz, von aller Lust?
Dies, daß du Reu' und Leid gewonnen
Und missen und entbehren mußt.


[Bei der letzten Trennung]
An Leonore

Will ich dich doch gerne meiden,
Gib mir nur noch einen Kuß,
Eh' ich sonst das Letzte leiden
Und den Ring zerbrechen muß!
Fühle doch die starken Triebe
Und des Herzens bange Qual!
Also bitter schmeckt der Liebe
So ein schönes Henkermahl.