Jetzt ist meine Seele voll von einem einzigen Gegenstande, von Canova’s Hebe. Ich weiß nicht, ob Du die liebenswürdige Göttin dieses Künstlers schon kennst; mich wird sie lange, vielleicht immer beherrschen. Fast glaube ich nun, daß die Neuen die Alten erreicht haben. Sie soll eins der jüngsten Werke des Mannes seyn, die ewige Jugend. Sie steht in dem Hause Albrizzi, und der Besitzer scheint den ganzen Werth des Schatzes zu fühlen. Er hat der Göttin einen der besten Plätze, ein schönes, helles Zimmer nach dem großen Kanal angewiesen. Ich will, ich darf keine Beschreibung wagen; aber ich möchte weissagen, daß sie die Angebetete der Künstler und ihre Wallfahrt werden wird. Noch habe ich die Mediceerin nicht gesehen; aber nach allen guten Abgüssen von ihr zu urtheilen, ist hier für mich mehr, als alle Veneres Cupidinesque.

Ich stand vom süßen Rausche trunken,

Wie in ein Meer von Seligkeit versunken,

Mit Ehrfurcht vor der Göttin da,

Die hold auf mich herunter sah,

Und meine Seele war in Funken:

Hier thronte mehr als Amathusia.

Ich war der Sterblichkeit entflogen,

Und meine Feuerblicke sogen

Aus ihrem Blick Ambrosia